Freitag, 28. November 2014

Auf Meerschweinchenjagd 20: Heiliger Tempel der Inka

Hallo Leute!

Heute darf ich euch mal wieder einen sehr schönen Ort in Peru vorstellen. Cusco war die Hauptstadt der Inka. Und mitten in dieser Hauptstadt lag das größte Heiligtum der Inka, die Coricancha.


Coricancha
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Lage
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Die Coricancha liegt im Stadtzentrum von Cusco mitten in den Anden. Sie liegt unweit des Placa del Armas. Von außen sieht man sie kaum, da die Conquistadores ein Kloster auf dem Tempel errichtet haben.


Geschichte
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Die Coricacha wurde 1438 errichtet, die heilige Stadt Cusco bildete sich um diese Tempelanlagen.

Auf der Coricancha wurden zu Zeiten der Inkas Krönungen durchgeführt, Hochzeiten gefeiert und Riten größter Bedeutung durchgeführt. Die Inka durften den Tempel nur nüchtern, barfuss und mit einer Last am Rücken betreten um tiefste Demut zu beweisen. Im Zentrum war wie so oft bei den Inkas der Sonnentempel.

Geprägt wurde die Zeit der Coricancha vor allem von Pachachutec, der hier unter anderem einen Theologenkongress stattfinden lies und mehrere goldene Leinwände aufhängen lies, die allerdings vom Sturm auf Cusco durch die Spanier zerstört wurden.

Die Conquistadores bauten um 1650 das Kloster Santo Domingo auf die Ruinen des Tempels. Die Mauerreste galten eigentlich als zerstört, bis 1950 ein Erdbeben das Kloster stark zerstörte und längst verloren geglaubte Mauerreste wurden wieder gefunden.










Unser Besuch
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Als unser Guide uns davon erzählte, dass hier deutlich ein Kloster über einen Inka-Tempel gebaut wurde, war ich schon ganz gespannt darauf. Wir kamen relativ früh und zahlten die 10 Soles Eintritt pro Person.

Zunächst kommt man in einen Kreuzgang. Doch schon hier sieht man etwas außergewöhnliches. Nachdem wir schon die eine oder andere Inka-Ruine gesehen hatten, konnten wir die fein behauenen und fast fugenlosen Steinmauern schon als Inka-stämmig und als Tempel identifizieren. So viel Mühe gaben sich die Inka nämlich nur bei Tempelmauern.

Auf der linken Seite des Kreuzganges sind 2 große Räume, die über trapezförmige Fenster verbunden sind, die exakt in einer Flucht liegen.

Auf der anderen Seite sind weitere Inkamauern, in denen auf goldenen Thronen die Mumien der Inka-Könige präsentiert wurden.

Von außen sieht man dann auch die gut erhaltene Außenmauer.

Gleichzeitig zu den Inka-Schätzen - unter anderem wird auch eine Reproduktion der Sonnenscheibe dargestellt, die mit mehreren Inka-Symbolen versehen das Zentrum - die Sonne bildete - werden auch verschiedenste Christliche Schätze ausgestellt.

So gibt es auf der einen Seite eine Ausstellung religiöser Malereien, auf der anderen Seite gibt es eine Sakristei, voll mit priesterlicher Kleidung.


Fazit
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Die Coricancha war für mich wirklich spannend. An keinem Ort erlebt man so deutlich den Einfluss der Conquistadores. Auf dem größten Heiligtum der Inkas wurde einfach ein Kloster gesetzt. Aber wie als Strafe Gottes (wessen Gottes auch immer) werden die Grundmauern der Inkas wieder freigelegt, so dass man hier eine ungewohnte Fusion aus Christentum und Inkas vorfindet, die wohl einzigartig ist. Einen ähnlichen Mischmasch verschiedener Religionen habe ich bisher nur in der Haggia Sophia in Istanbul gesehen.

Wenn man in Cusco ist, sollte man die Coricancha auf gar keinen Fall verpassen - Kloster und Inka-Heiligtum in einem - wo sieht man sowas schon.

In diesem Sinne

Eure Anke

Mittwoch, 26. November 2014

Auf Meerschweinchenjagd (21): Agrikultur der Inkas

Hallo Leute!

Es gibt ja noch so viel zu berichten über unsere große Peru-Tour. Eine der beeindruckendsten Inka-Ruinen (neben Machu Picchu natürlich) liegen am Beginn des heiligen Tals von Cusco aus kommend. Dort liegen am Hang die Ruinen von Pisac.


Inkaruinen von Pisac
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Lage
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Die Ruinen liegen oberhalb der kleinen Stadt Pisac am Hang. Die Stadt selbst ist wenig sehenswert. Es gibt hier einen großen Inka-Markt, auf dem allerhand Krempel zu überteuerten Preisen angeboten wird. Wir sind dort sogar von unserem Guide gewarnt worden, dass die Pullover wohl nur sehr wenig Alpaka und der Schmuck nur sehr wenig Silber enthält. Überall laufen Frauen mit maximal 3 Tage alten Lämmern rum und wollen sich in Tracht mit den Touris fotografieren lassen. Pisac selbst ist daher eher unangenehm

Die Ruinen selbst liegen weit oben am Hang oberhalb. Mal wieder fährt man über eine geschotterte Piste mit dem Kleinbus nach oben und ist ganz froh, dass man beim Fahrstil des Fahrers nicht am Fenster sitzt und in den Abgrund blickt.






Eintrittspreise
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Der Eintritt von Pisaq geht leider nur mit dem kleinen Bolleto Turistico. Damit kann man insgesamt 4 Inkaruinen im heiligen Tal besuchen (Pisac, Ollantaytambo, Poroy, Chinchero).


Was sieht man?
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Vom Parkplatz aus sieht man schon die gigantischen Terrassenformationen, die die Inka geschaffen haben. Sie zieht sich über 2 Bergrücken. Pisac diente als eine Art Versuchsanstalt für den Ackerbau der Inkas, die immerhin 3000 Arten Kartoffeln kannten und unzählige Kornarten. Mit den Terrassen schaffte man eine Art Mikroklima, auf dem jede Art anders gedieh - dazu gab es noch ein kompliziertes Be- und Entwässerungssystem, mit dem gewährleistet war, dass die Pflanzen immer gut bewässert waren.

Die eigentliche Inka-Stadt Pisac bestand aus 2 Teilen. Oberhalb der Terrassen sieht man noch heute den Tempelbezirk. Dort, im sogenannten Inti Watana, liegt unter anderem der Sonnentempel und verschiedene Bäder und Brunnen.

Direkt beim Parkplatz liegt die eigentliche Stadt mit Ruinen von Wohnhäusern.


Fazit
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Schon die Lage der Ruinen ist beeindruckend. Der Tempelbezirk wirkt ein bisschen wie eine Art Adlernest oben in den Bergen. Heute schaut man ja, dass Städte gut erreichbar sind - die meisten Inka-Ruinen sind allerdings sehr schlecht zugänglich.

Auch die Ausmaße der Terrassen sind beeindruckend - wenn man aber weiß, welche beeindruckende Vielfalt an Lebensmitteln damals hatten, vollkommen verständlich. Mit welcher Technologie die Inkas damals schon hatten, Be- und Entwässerungsanlagen, Terrassen zum Erzeugen verschiedener Mikroklimata, schon ziemlich genial. Nach unten steigen konnten wir leider nicht...

Problem ist allerdings wie bei so vielen Inka-Anlagen, dass sie völlig überlaufen sind. Als wir da waren, standen mindestens 20-30 Minibusse mit ca. 30 Sitzplätzen - die gängigen Fortbewegungsmittel im Sacred Valley. Die ganze Stadt unten im Tal hat sich als reine Touristen-Retortenstadt entwickelt, wo billige Alpaka- und Schmuckfälschungen verkauft werden. Die Touristen werden natürlich nach dem Besuch in Pisac auch noch dorthin geschleift - war uns als Inkamarkt angekündigt und ich fand es dort eher bestürzend.

Die Ruinen sind wirklich sehenswert und werden durch die Reisegruppen auf dem Weg nach Machu Picchu meist angefahren. Es lohnt sich, dort seine Zeit zu verbringen. Das Dorf allerdings sollte man meiden...

In diesem Sinne

Eure Anke

Dienstag, 18. November 2014

Auf Meerschweinchenjagd (19): Anke besucht Bud Spencer

Hallo Leute!

Die kleine Meerschweinchenjagd führte uns nicht nur in die Anden. Wir haben auch im Amazonas nachgeschaut. Beginn unseres Amazonas-Ausfluges war am Flughafen von Puerto Maldonado.


Padre Aldamiz International Airport
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Landung
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Wir kamen in Puerto Maldonado aus Richtung Cusco an. Schon beim Landeanflug wurde klar, dass man hier in einer ganz anderen Landschaft in Peru gelandet ist. Der Landeanflug geht über den dichten Regenwald des Amazonasgebietes - Puerto Maldonado liegt in der Nähe des Rio Tambopata und gilt als Tor zur Madre de Dios Region.

Wir landeten und ich fühlte mich irgendwie gleich in eine Art Bud Spencer Film versetzt. Wir stiegen aus dem Flieger aus und gingen auf die Flughafenhalle zu. Echte "Gates" gibt es nicht.

Die Halle selbst ist eine Art Lagerhalle mit Wellblechdach. Das hat allerdings den großen Vorteil, dass man es nicht weit hat.

Wie die meisten, die in Puerto Maldonado ankommen, wurden wir bereits erwartet und abgeholt um über den Tambopata zum Refugio Amazonas gebracht zu werden. Der Parkplatz vor dem Flughafen, auf dem 3 oder 4 Busse standen, hatte dann auch die größe vom Hofer-Parkplatz in Wien Simmering. Macht aber nix, für die paar kleinen Busse hat es gereicht.


Abflug
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Wir wurden wieder von unserer Organisation zum Flughafen gebracht, das leider viel zu früh, weshalb wir etwa 3 Stunden warten mussten. Es gehen auch im Schnitt nur 2 Flüge pro Stunde ab, hauptsächlich innerhalb Perus, einer geht bis Bolivien.

Die Gepäckabgabe ging relativ schnell, wobei es kein Röntgen für das Hauptgepäck gibt. Es stehen 2 Leute vor der Gepäckabgabe und man muss den Koffer öffnen und einer kleinen Inspektion unterziehen.

Die Halle mit den beiden "Gates" - also die zwei Türen, die dann zu den Fliegern aufs Flugfeld führen - ist etwa so groß wie der Wartebereich bei einem Gate auf dem Wiener Flughafen. Wir mussten ein bisschen warten, bis wir einen Sitzplatz hatten. Die Halle wird auch nur durch ein paar große Ventilatoren klimatisiert. Witzig ist auch der kleine Kiosk, der ein paar kleine Speisen und Getränke anbietet. Der eine Kühlschrank war ausgeschaltet, also muss man aufpassen, dass man auch eine kalte Cola bekommt. Teuer ists natürlich - gehört ja am Flughafen dazu.

Die Toiletten sind übrigens ganz OK, haben meine Erwartungen sogar übertroffen, weil sie in etwa den europäischen Standards entsprechen.

Der Abflug dann erfolgt relativ geordnet. Man bildet 3 Reihen - eine für Business Class, eine für die Reihen 1-21 und eine für die Reihen 22-35 (oder so ähnlich). Man maschiert dann entweder zum Vorder- oder zum Hinterausgang des Flugzeugs und fliegt dann wieder ab.





Fazit
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Peru ist anders - das merkt man spätestens am Flughafen von Puerto Maldonado. Man fühlt sich hier wirklich in einen Bud Spencer Film aus den 70ern versetzt, das Flugfeld umgeben mit lauter Palmen, ein Flughafen, den in Europa so manche Firma als zu klein für ihr Lager ausschlagen würde - das alles gehört zum Abenteuer Amazonas sicherlich dazu.

Der Flughafen ist übersichtlicher als der Sportflughafen von Breitscheid (in der Nähe meiner Heimat) und hat wie gesagt noch nicht einmal eine Röntgenanlage, um das abgegebene Gepäck zu durchleuchten.

Trotzdem fand ich das Erlebnis Flughafen Puerto Maldonado einfach cool! Schließlich habe ich Bud Spencer als Kind geliebt - mit 5 Jahren wollte ich den laut meiner Mutter sogar heiraten.

Insgesamt lief alles jedoch auch etwas koordinierter ab als am Flughafen in Cusco. Man war wesentlich schneller durch die Kontrollen zum Beispiel. Sicher, die Auswahl an Essen war jetzt nicht riesig, eine McDonalds Filiale suchte man vergebens, aber ich fands total spannend. Es ist halt völlig anders als in Europa. Aber auch irgendwie cool!

In diesem Sinne

Eure Anke

Mittwoch, 12. November 2014

Auf Meerscheinchenjagd (17): Noch einmal schlafen...

Hallo Leute!

Heute stelle ich euch nicht nur Aguas Calientes selbst vor, sondern auch das Hotel, in dem wir dort geschlafen haben...


Hostal Presidente
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Lage
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Das Hotel liegt direkt an den Bahnschienen, nur etwa 2 min Fussweg von der Bushaltestelle entfernt, an der die Busse nach Machu Picchu aufbrechen.


Preis
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Da wir im Paket gebucht haben, weiß ich den Zimmerpreis, den wir gezahlt haben nicht. Laut Homepage kostet ein Einzelzimmer 90$, das Doppelzimmer 110$, das Dreibettzimmer 130$. Als Tourist mit einem Aufenthalt von weniger als 90 Tagen im Land kommt dann noch eine 19%ige Steuer dazu. Damit ist der Preis ganz schön gesalzen. Die Nähe zu Machu Picchu lässt man sich hier ordentlich bezahlen.


Check-in
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Am Check-in spricht man natürlich Spanisch und Englisch. Die Dame war sehr freundlich und nach dem üblichen Ausfüllen der Gästekarten und der Kopie unserer Pässe bekamen wir unsere Zimmer.


Die Zimmer
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Trotz Hauptsaison wirkte das Hotel relativ leer. Die Zimmer an sich waren sauber und zweckmäßig eingerichtet. Das Bad hatte ein Fenster zum (sehr dreckigen) Hinterhof. Das Zimmerfenster ging zur Hauptstraße also zur Bahnstrecke. Das ist allerdings kein größeres Problem, der letzte Zug kommt um 21:45 und der erste kommt erst, als wir schon lange wegwaren.

Insgesamt wirkt das Zimmer sehr duster. Noch schlimmer war da das Zimmer meiner Schwiegereltern, das auf den Hinterhof rausführte. Der dunkle Teppichboden trug nicht besonders zur freundlichen Atmosphäre bei.





Das Frühstück
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Frühstück gab es ab 4:45 Uhr - sinnvoll, da die ersten Busse nach Machu Picchu soweit ich mich entsinne um 5:30 Uhr gingen. Das Frühstück war für peruanische Verhältnisse Durchschnitt - viel Obst und Smoothies sowie Kuchen. Ein Wurst- und Käse-Buffet kann man in Peru eben nicht erwarten.


Weiteres
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Was ganz gut war, es wird ein kostenloser Gepäckservice angeboten. Man kann also das überschüssige Gepäck einlagern und muss es nicht nach Machu Picchu mitschleppen.

Auch ein Wäscheservice wird angeboten, den haben wir allerdings nicht genutzt.

Offenes WLAN gab es nicht, das war wohl zu der Zeit kaputt. Das ist allerdings kein großes Problem, da in Aguas Calientes jedes kleine Restaurant ein Public WLAN hat.


Fazit
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Na, ja ganz ehrlich. Das Hotel in Aguas Calientes war mit Sicherheit das schlechteste auf unserer ganzen Reise. Aber wir waren ja nur die eine kurze Nacht dort, um am nächsten Tag nach Machu Picchu zu fahren.

Die Zimmer waren sehr dustern und der Hinterhof - auf den Zimmerfenster hinausgingen - war wirklich heruntergekommen. Auch der Rest des Hotels lädt nicht wirklich zum Wohlfühlen ein. Aber dafür sind die Hotels in Aguas Calientes auch nicht gemacht, sondern viel mehr zum halt mal kurz da schlafen um am nächsten Tag das absolute Highlight der Reise zu erleben. Da kann man die Touris schonmal ausnehmen.

Das Frühstück war OK, Durchschnitt für ein peruanisches Hotel würde ich sagen. Ich kann das Hotel aber dennoch nicht wirklich weiterempfehlen. Es gibt sicher besseres, aber wie gesagt, man bleibt nur 1 Nacht... Der Preis ist für dieses Hotel der reine Wucher...

In diesem Sinne

Eure Anke

Dienstag, 11. November 2014

Auf Meerschweinchenjagd (18): Touris only

Hallo Leute!

Heute darf ich euch mal wieder einen kleinen Ort vorstellen, an dem wir in Peru halt gemacht haben. Es ist ein Ort, den wohl jeder vernünftige Peruurlauber irgendwie passiert hat, schließlich ist er das Tor zu Macchu Pichu.

Aguas Callientes
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Lage
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Aguas Callientes liegt etwa 1,5 Zugstunden von Ollantaytambo im Heiligen Tal entfernt. Erreichen kann man es auch nur mit dem Zug oder zu Fuß über den Inka Trail. Autos sucht man in der Stadt vergebens, nur die Busse, die hoch nach Macchu Pichu fahren, kann man hier sehen.


Geschichte
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Aguas Callientes ist ein kleiner, von heißen Quellen umgebener Ort unweit von Macchu Pichu. Umgeben von steilen Felswänden fließt der Urubamba Fluss direkt durch den Ort. Eine wirkliche Geschichte scheint der Ort allerdings nicht zu haben, schließlich besteht er fast ausschließlich aus Hotels.


Ein kleiner Rundgang
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Für den Europäer ist schon die Ankunft in Aguas Callientes (übrigens auch Macchu Pichu Town) spektakulär. Wir kamen mit dem Zug aus Ollantaytambo und stiegen direkt an der Hauptstraße aus dem Ferrocarril del Sur. Direkt an der Hauptstraße sieht man schon, warum man hier ist. Ein Hotel grenzt an ein Restaurant und umgekehrt. An der Hauptstraße findet man außerdem eine kleine Markthalle und die Busstation, von der aus bis zum frühen Abend im Minutentakt Busse ins 1,5 km entfernte Macchu Pichu fahren. Die Züge kommen etwa alle 2 Stunden an und fahren nach der Endstation noch weiter ins benachbarte Quillabamba. Wenn man den Gleisen Richtung Ortsausgang von Aguas Callientes folgt, merkt man aber schnell, dass da nicht mehr viel kommt.

Unser Rundgang führte uns dann zum Hauptplatz, wo man eine große Inkafigur mit einem Schild vorfindet "Welcome to Macchu Pichu". Dort werden dann unzählige Erinnerungsfotos gemacht. Selbst die kleine Kirche am Hauptplatz wirkt eher als hätte man sie zur Deko hingestellt. Der weitere Rundgang durch die wenigen Straßen bringt einen auch nicht viel weiter. Während man an den Schienen ein Hotel nach dem nächsten findet, findet man hier ein Restaurant am nächsten - eins billiger als das andere, zumindest scheinbar. Man lockt mit 4 Pisco Sour für umgerechnet 5€ und anderen billigen Touristenmenüs.

Zu erwähnen ist noch der kleine Markt am Bahnhof, auf dem mit Souvenirs gehandelt wird, die gibts anderswo aber auch.






Fazit
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Aguas Callientes ist für alle ein Muss, die früh oben auf dem Macchu Pichu sein wollen, von hier gehen immerhin ab 5 Uhr die Busse rauf und das Gelände ist nun einmal im Morgenlicht ein absolutes Highlight auf der Perureise.

Aber rein touristisch ist der Ort nur marginal sehenswert. Zwar beeindruckend gelegen zwischen den Steilhängen, die dicht bewaldet sind, beeindruckt der Ort an sich vordergründig nur mit billigen Tourilokalen, die sich am Ende dann aber doch als Abzocker herausstellen. Die angeblich 2000 Einwohner leben wohl ausschließlich vom Tourismus. Und das, obwohl es außer den Thermalquellen hier nicht wirklich viel zu gucken gibt. Die eine Nacht in Aguas Callientes lohnt sich schon wegen Macchu Pichu im Morgenlicht, ein längerer Aufenthalt allerdings ist nicht nur teuer (eine Wasserflasche kostet das doppelte wie in Cusco) sondern auch wenig empfehlenswert.

In diesem Sinne

Eure Anke

Sonntag, 9. November 2014

Anke unterwegs in Österreich - Letzte Ruhestätte der Familie Mozart

Hallo Leute!

Nachdem wir schon nicht entfernt vom Mozartgrab auf dem Marxer Friedhof in Wien leben, durfte ein kleiner Besuch des Sebastiansfriedhof in Salzburg nicht fehlen, da hier zahlreiche Mitglieder von Mozarts Familie begraben sind, darunter auch Constanze Nissen verwitwete Mozart geborene Weber.


Sebastiansfriedhof Salzburg
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Lage
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Der Friedhof liegt nahe der Sebastianskirche unterhalb des Mönchsbergs nahe der Linzer Gasse.


Geschichte
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Der Friedhof wurde bereits zwischen 1595 und 1600 errichtet und war neben dem Petersfriedhof beim Kloster der weitaus größere der beiden Friedhöfe für das historische Salzburg. Nach 1888 nach Fertigstellung des Kommunalfriedhofes wurden hier allerdings keine Bestattungen mehr durchgeführt.


Architektur
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Der Friedhof ist nahezu quadratisch in einem schattigen Hinterhof hinter der Kirche gelegen. Er ist nach dem Vorbild eines italienischen "Campo Santo" errichtet. Eingerahmt wird der von 87 Gruftarkaden. Ziemlich im Zentrum befindet sich die Gabrielskapelle, die als Mausoleum für den Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau 1603 geschaffen wurde. Der wurde hier 1617 bestattet.


Berühmte Gräber
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Das berühmteste und wohl meistbesuchte Grab ist wohl das von Constance Mozart, ihrer Tante und ihrer Mutter. Leopold Mozart hingegen - Mozarts Vater - liegt nicht in dem Grab, sondern in einer Kommunalgruft.

In den Grüften sind unter anderem Theophrast von Hohenheim, genannt Paracelsus begraben.







Fazit
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Die traumhaft schön gelegene Anlage lädt gerade in einem heißen Sommer zum verweilen ein. Hier ist es angenehm kühl und schattig und man kann hier sehr angenehm eine Ruhepause einplanen.

Die Anlage ist sehr schön gepflegt und die Jugendstilgräber besonders schön erhalten bzw. restauriert. Man hat nicht den Eindruck, dass man hier nahe dem Zentrum des pulsierenden Salzburg ist. Wir haben uns hier gemütlich zu einer Pause niedergelassen, sind entspannt entlang der Säulenarkaden spaziert und waren absolut begeistert. Die Gräber sind hier besonders schön erhalten.

Von mir gibt es hier klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Freitag, 7. November 2014

[Rezension] 100% Istanbul erleben

Hallo Leute!

Wer kennt das nicht: Man macht eine Städtereise und will 100% erleben. Dieser kleine Stadtführer war dabei eine Hilfe, als wir unseren Trip nach Istanbul machten...


100% Cityguide Istanbul
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Daten
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Autor: Birgit Ingen Housz
Verlag: mo media
ISBN: 978-3-943502-77-0
Preis: 12,99€


Inhalt
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Das "Paket" beinhaltet nicht nur das Buch. Außerdem kann man sich noch eine App aufs Smartphone laden, die große Teile des Inhaltes ebenfalls wiedergibt. Man kann sich diese über die 100% App mittels Code aufs Smartphone laden. Das ganze funktioniert - was im Ausland ja besonders wichtig ist - auch offline.

Innerhalb der App kann man einmal nach Stadtteil suchen (was also so gerade in der Nähe ist) oder nach Kategorie (Hotel, Sehenswürdigkeiten, Essen usw.). Die angebotenen Lokale sind dabei zwar nicht allzu zahlreich, dafür aber ganz gut. Und je übersichtlicher das Angebot, umso leichter fällt ja eine Entscheidung. Ganz nett ist dabei auch, dass man sich die Einzelnen Dinge aus der App auf der Karte anzeigen lassen und aus der App heraus gleich beim Lokal oder Hotel anrufen kann.

Das Buch ist dann ein klassischer Stadtführer. Zunächst werden 6 Spaziergänge vorgestellt - vom Basarviertel und Sultanahmet (der Klassiker also) bis zu einem Rundgang im Asiatischen Istanbul ist alles dabei. Entlang dieser 6 Spaziergänge werden dann die unterschiedlichen Restaurants und Sehenswürdigkeiten vorgestellt. Zu jedem gibt es eine Karte. Ganz schön finde ich dabei, dass nicht nur die Dinge anhand von Nummern in der Karte zu erkennen sind. Dank des Farbcodes erkennt man sogar, ob es sich um ein Hotel, ein Restaurant oder eine Sehenswürdigkeit handelt.

Hotels werden in einem Extrakapitel vorgestellt, genauso wie Clubs und Bars für Abends.


Fazit
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Es handelt sich um einen netten, sehr modernen Stadtführer, sehr informativ und vor allem sehr geordnet. Mir gefällt das Konzept, dass man die Dinge anhand von Spaziergängen vorstellt, so verpasst man auch nichts entlang des Weges und kann sogar schonmal groß die Mittagspause im Restaurant X einplanen. Was ein bisschen schade ist, die Spaziergänge tauchen leider in der App dann nicht mehr auf.

Ansonsten hat man alles, was man als Durchschnittsreisender für Istanbul so braucht. Die Infos sind nicht zu ausführlich, aber auch nicht zu knapp und vor allem werden auch "normale" Restaurants vorgestellt, die nicht zu abgehoben sind. Bilder sind viele vorhanden. Insgesamt macht der Stadtführer einen wirklich schönen Eindruck.

In diesem Sinne

Eure Anke

Mittwoch, 5. November 2014

Auf Meerschweinchenjagd (16): Peru hat auch Wüste

Hallo Leute!

Was macht Peru so spannend? Na, ja es hat doch recht viel zu bieten - Regenwald am Amazonas, das Hochland auf gut 3000-4000m Höhe, aber was ich gar nicht so massiv erwartet hätte - Peru hat auch eine richtige Sandwüste.

Huacachina
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Lage
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Huacachina ist eine Oase, die etwa 4 km entfernt von Ica im Süden Perus liegt. Mit dem Bus fährt man dorthin von Lima aus etwa 5 Stunden. Das Taxi von Ica nach Huacachina kostet dann kaum mehr als 1€.


Was ist Huacachina?
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Huacachina ist eine Oase, die komplett von 100 m hohen Sanddünen umgeben ist. Der stark mineralhaltige See liegt im Zentrum, um das herum mehrere Hotels und Restaurants sich angesiedelt haben. Durch die Möglichkeiten beispielsweise zu Sandboarden hat sich Huacachina als ein etwas alternativeres Urlaubsziel entwickelt.

In den letzten Jahrzehnten sinkt allerdings der Spiegel des Sees kontinuierlich ab - aufgrund der zunehmenden Landwirtschaft wird der unterirdische Andenfluss, der den See nährt immer geringer.





Welche Möglichkeiten hat man in Huacachina?
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Na, ja nicht wirklich viele. So gut wie alle Hotels bieten Touren mit dem Sandbuggy (2 Stunden etwa 35-50 Soles) an und Sandboards kann man sich meist sogar gratis leihen.

Die Sandbuggytour mit den starken Buggys mit Überrollbügel war recht lustig, ein bisschen wie Achterbahnfahren. Die Buggys sind unterschiedlich groß und man sollte unbedingt darauf achten, dass man sich ordentlich anschnallt, da man schon ein bisschen rumgeschleudert wird. Ich hab mir bei der Tour das Schlüsselbein geprellt was mir noch eine Woche danach Probleme bereitet hat. Besonders reizvoll ist die Tour bei Sonnenuntergang wenn man die leuchtenden Dünen anschauen kann. Auch kann man während der Tour Sandboarden ausprobieren oder sich dabei bäuchlinks auf ein Snowboard legen und den steilen Berg runterrutschen. Ich hab verzichtet - Schulter und so...

Wir machten von hier aus außerdem einen Ausflug nach Paracas zu den Islas Ballestas. Diese Tour lässt sich vorort auch organisieren - meist muss man nur an der Hotelrezeption fragen. Berichtet darüber habe ich ja bereits.

Außerdem fuhren wir noch mit dem Taxi einen Vormittag lang nach Ica. Ica muss man ehrlich sagen, ist wirklich weniger sehenswert und wenn man sich nicht auskennt, kann man auch in "gefährliche" Viertel gelangen. Wir wurden an einer Straße gleich von mehreren Leuten gewarnt, die sogar auf die Straße stürmten, um uns aufzuhalten und nicht in DIE Straße zu gehen. Was da war weiß ich nicht, aber wenn sowas vorkommt, bleibt einem eine Stadt immer in schlechter Erinnerung.


Fazit
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Es ist schonmal ganz spannend, einen halben Tag in einer Oase zu verbringen, auf die Dünen zu steigen und mit dem Buggy über die steilen Hänge zu rasen und barfuss im warmen Sand zu stehen. Aber danach muss ich ehrlich sein, wurde es langweilig. OK, unser Hotel hatte einen Pool, dafür war es aber im peruanischen Winter (August) etwas zu kalt. Und so beschäftigten wir uns einen halben Tag nur damit, von Café zu Café zu ziehen um die Tees auszuprobieren.

Für einen kleinen Zwischenstop lohnt sich Huacachina schon, vor allem wenn man - so wie ich - noch nie in der Wüste war. Mehr als eine Übernachtung dafür war es mir dann doch ein bisschen langweilig. Es sei denn man hat gesteigerte Ambitionen im Sandboarding - dazu sollte man aber wissen, einen Lift gibt es nicht!

In diesem Sinne

Eure Anke

Dienstag, 4. November 2014

Auf Meerschweinchenjagd (15): Welcome to South America

Hallo Leute!

Heute berichte ich euch von dem Ort, an dem unsere Meerschweinchenjagd sowohl begonnen als auch geendet hat...

Lima
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Ankunft
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Wir wurden am Flughafen von Lima von einem Flughafen-Transfer-Dienst abgeholt - 19 Uhr - Rushhour. Wir bekamen auch gleich mitgeteilt, warum der Verkehr so chaotisch ist - Lima (10 Mio. Einwohner) hat so gut wie keinen öffentlichen Personennahverkehr. Es gibt zwar Expressbusse, aber das ist für das Aufkommen viel zu wenig. Bei unserer zweiten Ankunft - einen Tag vor der Rückreise - war dazu noch irgendein Festival, was dazu führte, dass wir für die eigentlichen 45 Minuten vom Flughafen zum Hotel nach Miraflores brauchen würden ganze 3 Stunden brauchten... Also Chaos pur - dagegen ist der Wiener Stadtverkehr wirklich noch geordnet.


Fortbewegung
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Fortbewegt haben wir uns größtenteils mit dem Taxi - um ins historische Zentrum zu kommen - oder zu Fuss innerhalb von Miraflores. Einmal sind wir mit unserem Cityguide mit dem Expressbus gefahren, aber nur um des Erlebnisses willen, Taxi soll wohl deutlich günstiger sein. Von einem Stadtteil in den anderen kostete uns mit dem Taxi zu viert jedenfalls 15 Soles. Laut unserem Guide sollte man die Taxen nicht am Plaza del Armas nehmen, weil das teurer ist. Wir haben das nicht probiert, sondern waren immer ein paar Straßen entfernt.







Miraflores
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Miraflores ist der In-Stadtteil von Lima, eine Art Neustadt, die sich bis an den Pazifik heran erstreckt. Sehenswert ist hier vor allem der Hauptplatz mit dem Dom und die Huaca Pucllana, eine Kultstätte einer Prä-Inka-Kultur. Wir waren hier im Hotel Girasoles untergebracht. An einem Abend haben wir in einem Einkaufszentrum direkt am Pazifik die berühmte Ceviche gegessen.

Der Stadtteil ist auch relativ ruhig, durchschnitten nur von einer Schnellstraße, die alle Stadtteile verbindet. Angeblich soll er auch halbwegs sicher sein, wo allerdings der Stacheldraht und die hohen Mauern um die Grundstücke etwas dagegen sprachen.


Historischer Stadtkern
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Im historischen Stadtkern ist neben der Kathedrale und dem Präsidentenpalast (mit Wachablösung um 12 Uhr) und das Franziskanerkloster besonders sehenswert. Für 10 Soles haben wir hier eine kleine Führung durch den unterirdischen Friedhof mitgemacht, wo unzählige Knochen fein säuberlich sortiert zu sehen sind.

Daneben haben wir noch in einer kleinen, anscheinend sehr berühmten, Bar unseren ersten Pisco Sour getrunken. Die Bar war direkt hinter dem Präsidentenpalast und war recht nostalgisch.


Fazit
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Für Lima MUSS man auf seiner Perureise definitiv keine Zeit einplanen, eigentlich gibt es hier nur wenig spannendes zu sehen. Es ist ganz nett, um sich schonmal ein bisschen an die Südamerikanische Mentalität zu gewöhnen. Das historische Stadtzentrum ist wenig sehenswert. Zwar sieht man hier zahlreiche von den kolonialen Balkonen, die von Arequipa etwa sind wesentlich schöner. Die meisten der historischen Gebäude stehen leer und sind dem Verfall preisgegeben. Besonders zu sehen war das bei dem Franziskanerkloster, wo die Fassadenschäden durch Taubenkot schon so weit vorangeschritten sind, dass ich nun verstehen kann, warum in Wien überall Nägel aufgebaut sind, damit sich die Tauben nicht niederlassen können. Fast schon traurig.

Miraflores dagegen ist etwas moderner und bietet auch zahlreiche Möglichkeiten zum Essengehen, gemütliche Bars und auch sonst das eine oder andere Sehenswerte.

Lima ist definitiv nicht die sehenswerteste Stadt von Peru. Es ist sehr voll und durch den fehlenden Nahverkehr sind die Straßen bei 10 Mio. Menschen derartig verstopft, dass auch kurze Wege manchmal echt schwierig sind. Klar, wir hatten insgesamt nur 2 volle Tage in Lima und natürlich, wenn man noch ein bisschen mehr Zeit gehabt hätte, hätte man noch mehr entdecken können. Immerhin, wir haben alles gesehen, was unser Reiseführer für Sehenswert hielt und ich muss sagen, ich habe dann doch schon sehr viele Hauptstädte gesehen, die deutlich schöner waren...

In diesem Sinne

Eure Anke

Auf Meerschweinchenjagd (14): Gänsehaut

Hallo Leute!

Heute stelle ich euch ein ganz besonderes Erlebnis und das absolute Highlight einer jeden Perureise vor... Denn wohl jeder, der mal in Peru auf Urlaub war, war auch auf Machu Picchu.

Machu Picchu
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Anreise
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Wenn man nicht auf dem Inka-Trail (Achtung, Personenzahl stark eingeschränkt) nach Machu Picchu kommt, kommt meist durch das Sacred Valley mit dem Peru Rail in Aguas Callientes an. Dieser kleine Retortenort ist mit dem Auto nicht zu erreichen, was man schon alleine daran merkt, dass die Hauptstraße nur aus 2 massiven Gleisen besteht. Außerdem merkt man es daran, dass der Ort eigentlich bis auf ein paar heißen Quellen ausschließlich aus Hotels und billigen Touristenrestaurants besteht.

Von hier aus gehen den ganzen Tag im 10 min Takt Busse (Preis für Hin- und Rückfahrt 19$). Die Busse fahren ab 5:30, die letzte Rückfahrt ist von der Jahreszeit abhängig. Man kann auch hinaufwandern, wir haben darauf verzichtet, wollten zunächst runterwandern, was wir dann aber Wetterbedingt gelassen haben.

Die Busfahrt ist nichts für schwache Mägen. Über die enge Kiespiste fährt man etwa 20 min über enge Serpentinen nach oben, teils messerscharf am Abgrund und bei jedem Gegenverkehr hält man automatisch die Luft an - aber die Fahrer verstehen wohl ihr Handwerk recht gut.


Eintritt
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Unsere Tickets hatten wir bereits über den Reiseveranstalter gebucht. Die Karten werden aufgrund der starken Einschränkungen der Personenzahl (maximal 2500/Tag) im Vorhinein personalisiert, weshalb man dringend vorher buchen muss. Dazu muss man u.a. eine Kopie des Passes einschicken, den man - natürlich im Original - auch am Eingang vorweisen muss.

Außerdem kann man noch ein Zusatzticket für den Huayna Picchu (das ist der Berg, den man immer im Hintergrund sieht) buchen. Hier gibt es 2 Gruppen, jeweils auf 250 Personen beschränkt. Für den Aufstieg (teils über Leitern) muss man aber topfit sein. Das Reiseunternehmen hatte die Tickets zwar für mich auch gebucht, da ich aber unter starker Höhenangst leide, habe ich darauf verzichtet, da man zum Teil über Leitern ungesichert nach oben klettert. Ich habe mich da für die etwas entspanntere Besichtigung entschieden.

Dieses Ticket kostet (für Ausländer) 62$.


Was ist Machu Picchu überhaupt?
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Ganz einig ist man sich darüber bis heute nicht. Im quasi unzugänglichen Gelände fernab jedlicher Zivilisation. Gebaut wurde die Stadt auf Befehl des Inkaherrschers Pachacutec um 1450. Dieser hatte hier auch einen Palast. Man weiß allerdings bis heute nicht genau, ob er Machu Picchu nur als sein Rückzugsgebiet genutzt hat, als eine Art Winterwohnsitz, oder ob er dauerhaft dort lebte.

Sicher ist nur, dass Machu Picchu aufgrund der Invasion der Spanier in Vergessenheit geriet, bis Hiram Bingham es Anfang des 20. Jahrhunderts wieder entdeckte.


Meine Tour
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Ich stieg zunächst auf den Machu Picchu und hinauf zum Wachhaus, auf dem man heute ein rekonstruiertes Dach sieht. Der Weg nach oben ist steil, aber eigentlich ohne Probleme zu schaffen. Hier hat man einen tollen Überblick über die gesamte Stadt und die Terrassen, auf denen übrigens auch einige Lamas grasen. Hier muss man allerdings auch einige Zeit einrechnen, da die Leute hier für Erinnerungsfotos wahrlich Schlange stehen - das kann ziemlich nerven, vor allem, wenn man sein Erinnerungs-Selfie schon woanders gemacht hat.

Von hier aus stieg ich einige Stufen hinunter und kommt durch den Königspalast in das Tempelviertel. Hier sieht man unter anderem den Intihuana, den Sonnenpfahl, der die Achsen von Machu Picchu markiert.

Nahe des Königspalasts ist auch der Sonnentempel mit sehr erstaunlich behauenen Steinen, die wirklich fast Fugenfrei aneinander angepasst sind, ohne 100% gerade Linien zu besitzen. Erstaunlich an dem Tempel ist, dass innen ein Podest zu sehen ist, das zur Wintersonnenwende bei Sonnenaufgang exakt durch ein Fenster beleuchtet wird.

Weiter hinten kommt man dann vorbei am heiligen Felsen und auf dem Rückweg kommt man durch das Handwerkerviertel. Hier ist auch der Kondortempel.

Die berühmten Inka-Terrassen findet man hauptsächlich in dem Bereich hinter dem Handwerkerviertel und sie reichen bis hinauf zum Wachthaus.




Blick ins Tal









Fazit
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Ein Besuch in Machu Picchu ist ein beeindruckendes und wohl einmaliges Erlebnis. Wir waren Anfang September dort. Gerade im Morgenlicht und bei gutem Wetter (häufig gibt es hier im Regenwald Nebel) ist der Anblick, der sich einem vom Wachhaus aus bietet einfach atemberaubend. Früh kommen lohnt sich, da ist dort auch nicht so viel los, da die Leute, die aus Cusco anreisen erst gegen halb 11 eintreffen und um 6:15 als wir ankamen, nur die Leute, die aus Aguas Callientes kommen, dort rumlaufen.

Gigantisch ist nicht nur die Leistung, auf dem Bergrücken überhaupt etwas zu bauen - wie gesagt fernab jedlicher Zivilisation - atemberaubend ist vor allem, mit welcher Genauigkeit man gearbeitet hat. Beispielsweise sind die Terrassen alle in einem 5 Grad Winkel geneigt, was sie quasi gegenüber Erdbeben sicher macht. Auch hat man ein sehr ausgeklügeltes Entwässerungssystem geschaffen, was dazu führt, dass nach über 400 Jahren noch immer die obersten Bodenschichten erhalten geblieben sind trotz unglaublicher Regenfälle. Die kommen übrigens sehr schnell, wie wir erlebt haben. Auch die Techniken, die man benutzt hat, um solch exakte Mauern zu schaffen ist genial. Und man hat auch nicht den Eindruck, dass man das Hochplateau zwischen Machu und Huayna Picchu nicht irgendwie abgetragen hat, um die rund 280 Gebäude zu bauen. Man hat nicht den Berg an die Gebäude angepasst, sondern umgekehrt. So machen die Ruinen noch heute den Eindruck, einfach hierher zu gehören und die Landschaft nur zu ergänzen.

Wenn man nun auf dem Gipfel des Machu Picchu steht, bekommt man eine Gänsehaut. Das Tal mit dem reißenden Urumbaba Fluss gut 450 m tiefer, mit rauschendem Flussbett und alleine die Andengipfel rund herum, einfach genial. Ich habe mir dann ein stilles Örtchen im Handwerkerviertel gesucht - was schwer genug war - und erst da fühlt man so richtig, welche unheimliche Energie von Machu Picchu ausgeht. So ging es mir bisher nur in Delphi, absolute Gänsehaut.

Auf der anderen Seite muss man aber auch die enormen Ökologischen Probleme beachten. Beispielsweise gibt es in der Anlage keine Toiletten. Und so stören sich vor allem die Peruaner auch nicht daran, sich einfach hinter einen Stein zu setzen und ihren Haufen dort zu hinterlassen (2x gesehen, als ich ein bisschen außerhalb der Pfade unterwegs war). Auch gibt es absolut keine Mülleimer, ich bin die ganze Zeit mit meiner leeren 2 Liter Flasche rumgelaufen, viele haben den Müll auch einfach fallengelassen. Auch die Busse, die permanent hier hochfahren. Alles sicherlich nicht so optimal. Man plant ja, die maximale Besucherzahl pro Tag auf 700 zu reduzieren - was die Tickets aber dann wiederum auch wieder teurer machen würden. Man muss dann eben noch früher buchen. Aber irgendwo unauffällig ein paar Klohäuschen zu platzieren, das wäre schonmal ein sinnvoller Anfang.

Man muss sich auf diesen Ort einfach einlassen, ein Plätzchen suchen, an dem nicht so viele Touris zumklettern und rumschreien und diesen beindruckenden Ort einfach komplett auf sich wirken lassen, um die wahre Energie zu spüren. Ich weiß, das klingt voll esoterisch - passt auch eigentlich gar nicht zu mir. Aber dieser Ort ist wirklich geheimnisvoll und von einer beeindruckenden Schönheit.

In diesem Sinne

Eure Anke