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Sonntag, 5. Juni 2016

{Österreich - Salzkammergut - Wie im Film} Und der James war auch schon da...

Hallo Leute!

Als ich meinem Mann erzählte, dass im Salzkammergut erst kürzlich Hollywood zu Gast war, war er erst mäßig begeistert. Als ich aber erzählte, dass Daniel Craig da war, wurde er schon hellhöriger - als ich dann erzählte, dass hier ein paar Szenen aus "James Bond: Spectre" gedreht wurden, war er hellauf begeistert.


Altaussee
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Lage, Parken
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Altaussee ist mit Bad Aussee Teil des Ausseer Landes und gehört damit zum steirischen Teil des Salzkammergutes. Von Bad Goisern aus fährt man über den Pötschenpass und kurz hinter der Steirisch-Oberösterreichischen Grenze ist es dann auch schon ausgeschildert.

In Altaussee gibt es 2 Parkplätze, die speziell für Tagestouristen ausgeschrieben sind - der zweite ist allerdings wesentlich näher am historischen Ortskern und nur wenige Meter von der Schiffsstation entfernt. Wir nutzten ihn bei beiden Besuchen. Für 3 Stunden zahlten wir rund 4€. Zahlen muss man allerdings nur von 9 bis 18 Uhr.


Geschichte
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Die Geschichte von Altaussee ist vor allem geprägt vom Salz. Schließlich wurde hier schon im Mittelalter Salz abgebaut und gemeinsam mit den Minen von Hallstatt und Hallein bildet Altaussee das größte Salzvorkommen Österreichs.

Aber auch der Fischfang wurde in Altaussee betrieben, was man noch heute an den vielen Bootshütten erkennen kann und am Namen Fischerndorf, der Ortsteil, der das Zentrum des Ortes enthält.

Mit dem einsetzenden Tourismus entwickelte sich Altaussee vor allem im Sommer zum Sitz der Avantgarde. Das "Who is Who" vor allem der österreichischen Literaten fand sich Sommer für Sommer hier ein - in teils protzigen Sommerhäusern, die noch heute erhalten sind.


Sehenswertes
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Sehenswert sind die Salzwelten, die oberhalb von Altaussee am Steinberg liegen. In einer Führung wird einem hier nicht nur die Salzgewinnung in einer Multimediashow nähergebracht, sondern auch die Raubkunst, die die Nazis hier während des 2. Weltkrieges im Salzbergwerk versteckten.

Im Zentrum gibt es einiges. Natürlich sehr hübsch ist der große See, der über keinen Zufluss verfügt und ausschließlich von Sickerwasser gefüllt wird. In einer 2,5 stündigen Wanderung kann man den See einmal umrunden (etwa 8 km, sehr flach, die Wege sind in gutem Zustand) und von hier die traumhaften Ausblicke etwa auf den Loser oder auf den Ort genießen.

Etwas abgelegen und versteckt ist das Jagdhaus Seewiese, das allerdings der zweite Halt des solarbetriebenen Bootes ist. Hier sind nämlich die berühmten Szenen aus "Spectre" in Altaussee gedreht worden - vielleicht erinnert man sich ja an die verschneite Hütte, in der Bond einen Freund treffen will. Im Sommer ist hier ganz ohne Hollywood eine kleine Gaststätte. Rund um den See gibt es auch einige Bänke, auf denen man in Ruhe den See genießen kann.

Aber natürlich kann man nicht nur rund um den See wandern - auch der Loser und das Tote Gebirge bieten allerhand Ziele und Wanderwege, die wir aber in der Kürze der Zeit nicht testen konnten.

Jagdhaus Seewiese - Schauplatz von "Spectre"
Auch der Ortskern ist sehr hübsch. Lebten die Leute hier früher vom Fischfang und vom Salz (der Ortsteil heißt Fischerndorf), kamen mit Beginn des 19. Jahrhunderts immer mehr Leute zur Sommerfrische ins Salzkammergut. Und da Bad Ischl schon von der Aristrokratie besetzt war (mehr als 60 Jahre kam Franz Josef auf Urlaub nach Ischl und lernte hier auch seine Sisi kennen), kamen nach Altaussee besonders die Literaten. So kamen unter anderem Schnitzler, von Hoffmannstal und auch der berühmte Vater des Staates Israel Theodor Herzl regelmäßig im Sommer nach Altaussee. Darin begründet liegt unter anderem ein Literatenmuseum und die vielen Sommervillen aus Holz, die damals für die berühmten Gäste errichtet wurden.

Probieren sollte man auch die Ausseer Lebkuchen, wenn man die Gelegenheit hat. Zum Narzissenfest (am Sonntag nach Fronleichnam) gibt es einen Bootskorso - den haben wir uns erspart, wir waren einen Tag früher da und haben nur gesehen, wie viele Parkplätze vorbereitet wurden und wie viele Tribünen aufgebaut - das musste für uns nicht sein - aber wem sowas gefällt, kann ich nur besagtes Wochenende ans Herz legen.


Fazit
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Wo der James schon war, muss es hübsch sein - und das war es auch. Die Hollywoodproduzenten wussten schon, was sie gewählt haben.

Wir waren vor allem bei unserem zweiten Besuch (beim ersten war schlechtes Wetter) absolut begeistert. Die Wanderung um den See ist wirklich toll und auch die faszinierend verzierten typischen Holzhäuser aus Altaussee. Ich kann verstehen, dass die Literaten hier Urlaub gemacht haben.

Auf gar keinen Fall sollte man das Salzbergwerk verpassen - mit einer faszinierenden Multimediashow wird man 1,5 Stunden durch die Welt des Salzes geleitet.

Altaussee gehört zu den absoluten Highlights im Salzkammergut - klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke




Freitag, 20. Mai 2016

{Österreich - Salzkammergut - Schlechtwetterprogramm} Abenteuer Salzbergbau

Hallo Leute!

In Sachen Salz ist Österreich absolut autonom - schließlich gibt es mit Salzburg und dem Salzkammergut riesige Vorkommen, die abgebaut werden. Aktiv wird unter anderem in der Region um Bad Ischl daran gearbeitet. Auch zwei große Schaubergwerke sind erhalten, wir haben uns zunächst das weniger bekannte angeschaut.

Salzwelten Altaussee
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Lage
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Die Salzwelten sind spätestens ab dem Ortskern von Altaussee gut ausgeschildert. Es geht zunächst in Richtung Talstation Loser und dann gibt es einen Abzweig zum Steinberg, wo nach etwa 3 km der erste Parkplatz kommt, der 2. Parkplatz ist direkt beim Eingang, man muss eben ein bisschen darauf achten, unten ist ein Hinweis aufgestellt, ob oben voll ist. Der Weg vom P1 zum Eingang geht zwar bergauf, ist aber mit etwa 500 m nicht allzu extrem weit.


Eintrittspreis, Öffnungszeiten
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Wir zahlten 18€ Eintritt. Das kam uns zunächst einmal sehr viel vor, zumal wir wieder in eine sehr große Gruppe gesteckt wurden: Tipp für Sparsame; das online Ticket ist um ein paar € günstiger; Tipp für Fotografen: der Guide sucht immer einen Schlussmann - dann kann man nach hinten raus in aller Ruhe Fotos machen, also gleich melden.

Die Führungen beginnen regelmäßig statt wiefolgt:

ganzjährig                     jeden Mittwoch um 19.00 Uhr Abendführung
09.04.2016                      Saisonstart
09.04. - 29.05.2016     09.00, 11.00, 13.00, 15.00 Uhr
30.05. - 18.09.2016     09.00 bis 16.00 Uhr zur vollen Stunde
19.09. - 30.10.2016     09.00, 11.00, 13.00, 15.00 Uhr

Wir hatten Glück und kamen pünktlich zur 13 Uhr Führung.


Geschichte
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Die Geschichte des Salzbergwerkes ist durchaus spannend. Schließlich wurde das Vorkommen hier (im Vergleich zu Hallstatt) sehr spät entdeckt - vor etwa 800 Jahren, dennoch gehören die Salzwelten Altaussee zu einer noch aktiven Salzmine, die im wesentlichen den nassen Soleabbau betreibt. Außerdem ist sie das größte Salzvorkommen in Österreich.

Aber auch ganz unabhängig vom Salz gibt es eine spannende Geschichte. Die Nazis nutzten den Stollen nämlich als Lagerstätte für ihre Raubkunst. Mehr als 7000 Werke im Wert von 6 Milliarden Euro sollen hier gelagert haben. Ein fanatischer Nazi wollte alles in die Luft sprengen, hatte aber die Rechnung ohne die Altausseer gemacht. Sie wollten zwar nicht die Kunst, viel mehr aber ihr Bergwerk retten. So teilten sie dem SS-Führer mit, dass einer seiner Untergebenen Fliegerbomben in die Räume eingeschleußt hat. Der versprach sich wohl Milde und sagte ihnen, sie sollen die Bomben herausholen. Die cleveren Altausseer sprengten dann die Eingänge, so dass das nicht mehr passieren konnte und die Kunstwerke und das Bergwerk waren gerettet.


Die Führung
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Die Führung beginnt ein kleines bisschen merkwürdig. Zuerst wird man in eine weiße Bergmannskluft gesteckt, was gerade im Sommer super ist, denn es herrschen gerade einmal 8°C in den Stollen. Dann bekommt man einen sehr merkwürdigen Film vorgespielt, in dem ein Kabarettist erzählt, wie das Salz in den Berg kommt - hmmm, ich fand das irgendwie etwas seltsam und es sah auch ein bisschen aus, als wäre es aus den 80ern.

Aber nun gut, als nächstes geht es ab in den Stollen der für ein Bergwerk erstaunlich trocken ist, was am Salz liegt, das einiges an Feuchtigkeit bindet. 700m geht es schnurgerade, nach 350m überschreitet man die Salzgrenze, bis zur ersten kleinen Vorführung - hier bekommt man einen Film gezeigt, wie der aktive Teil des Bergwerks ausschaut, den man mit den Gruppen nicht betreten kann.

Nächster Stop ist dann die Barbarakapelle, die vor allem mit einem toll beleuchteten Altar aus Salzstein glänzt. Als nächstes gibt es eine weitere Vorführung in dem Raum, in dem die Raubkunst gelagert wurde. Hier sieht man auch die Kisten mit der Aufschrift "Marmor nicht stürzen", die damals zum Einschmuggeln der Fliegerbomben dienten. Auch hier gibt es eine tolle Multimediashow mit historischen Kriegsbildern.

Und nun zum "Fun-Part" - zwei Bergmannsrutschen aus Holz geht es nach unten, bis zu 18 km/h werden erreicht und dann schließlich geht es in den heute leider nicht mehr genutzten Festsaal. Auch hier gibt es wieder eine großartige Vorführung. Der Raum wurde früher für bis zu 600 Gäste bespielt - unter anderem von den Wiener Philharmonikern. Leider kann er heute  wegen fehlender Fluchtwege nicht mehr genutzt werden. Man hat hier eine kleine Insel in einem Salzsee, es sieht wirklich grandios aus.

Eigentlich ist man hier schon am Ende. 700m Stollen geht es zurück zum Eingang und hier bekommt man dann noch eine Gratisprobe des Ischler Salzes mit nach Hause. Nach 1 1/2 Stunden kann man dann den Heimweg antreten.


Fazit
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Ich war schon in vielen Bergwerken, aber noch nie in einem in dem Salz abgebaut wird. In Altaussee hat man sich wirklich etwas einfallen lassen um den Leuten das Thema Salz nahe zu bringen. Man wird eingekleidet und es gibt ein paar wirklich interessante Vorführungen. Auch der junge Herr, der uns begleitet hat, war sehr engagiert und auf alle Fragen gut vorbereitet. Mir persönlich hat einzig der Film am Anfang überhaupt nicht gefallen - ich hatte da schon schlimmste Befürchtungen auf was ich mich da jetzt eingelassen habe. Aber am Ende war ich dann doch recht angetan - trotz des hohen Eintrittspreises.

Auch die Hintergründe mit der Raubkunst waren mir vorher so gar nicht bewusst und sie wurden perfekt visualisiert.

Insgesamt gibt es von mir sehr gute 4 Sterne - wird der Film noch ein bisschen moderner, könnte ich mir sogar den 5. Stern vorstellen.

In diesem Sinne

Eure Anke