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Mittwoch, 27. Juli 2016

{Japan - Kyoto - Palast} Komplizierte Sache

Hallo Leute!

Wer hätte es gedacht? Das riesige Tokio war nicht immer die Hauptstadt Japans. Von 794 bis 1868 war nämlich das eher beschauliche Kyoto der Sitz des kaiserlichen Hofes. Der Palast liegt noch heute im Zentrum der Stadt und kann besichtigt werden. Das war bisher aber immer eine eher komplizierte Sache...


Gosho Imperial Palace
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Lage
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Der Palast liegt im Herzen der Stadt innerhalb des kaiserlichen Parks nahe der U-Bahn-Station Imadegawa. Wenn man den Besuch mit einem kleinen Spaziergang verbinden will, kann man auch bei der Station Marutamachi aussteigen, zum Palast kann man dann durch den Park spazieren.




Eine kleine Tour
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Erst kurz vor der Zeit, für die man sich registriert hat, kann man sich mit der Bestätigung (siehe unten) beim Wachmann am Haupttor melden. Der Palast hat insgesamt 5 Tore, die alle ganz unterschiedliche Zwecke hatten - so war etwa eines nur für den Kaiser und ein anderes nur für hochrangige Beamte. Allen gemeinsam ist, dass sie beeindruckend massiv wirken, mit ihrem Dach aus Zypressenholz und der massiven Mauer, die den Palast vom umliegen Palastpark abtrennen.

Am Eingang bekommt man eine kleine Broschüre, die einen Überblick über den Palast geben soll. Dann wird man in einen Raum geführt, in dem man dann auf seinen Guide wartet. Hier sind Toiletten und ein kleiner Shop, sowie ein Fernseher, auf dem man dann einen kleinen Film zu sehen bekommt.

Die Tour führt dann entlang einer festgelegten Route durch den Bereich, der hauptsächlich für Staatsempfänge und auch für die kaiserliche Krönung genutzt wurde. Die Gebäude betreten darf man allerdings nicht - aber dafür nutzt der Guide dann gerne die Broschüre, die man dann auch unbedingt mitnehmen muss.

 Die Tour beginnt bei der purpurnen Halle, die für Staatsempfänge genutzt wurde. Etwas weiter hinten findet man den Shishinden, der für Kaiserkrönungen genutzt wurde. Unter anderem kommt man auch durch den Oike-niwa, den kaiserlichen Gärten mit dem großen Teich. Vom Shishinden führt ein langer Gang zum Thronraum (den Gang darf man natürlich auch nicht betreten). Daneben liegt ein Gebäude, das einzig zur Aufbewahrung des heiligen Spiegels gebaut wurde. Dieser gehörte zu den Insignien des Kaisers.

Die berühmten Wandgemälde kann man leider nur an einem Gebäude außen sehen, die Türen sind nämlich bei allen Gebäuden geschlossen. Irgendwie kommt man sich dabei ein bisschen doof vor, wenn man immer wieder auf den Flyer verwiesen wird, aber was soll man sagen, immerhin hat es ja keinen Eintritt gekostet. Nun ist die Tour fast schon wieder zu Ende.

Sicherlich ist der Palast ein architektonisches Highlight in Kyoto, so wirklich willkommen fühlt man sich aber nicht. Dass es nur um die Wandgemälde geht, kann ich mir nicht wirklich vorstellen, da die Gemälde im Nijo-Palast wohl genauso wertvoll sind, hier kann man aber sogar ohne Führung durchlaufen. Vertane Zeit war die Tour sicherlich nicht, aber ich war trotzdem ein wenig enttäuscht. Nur an wenigen Stellen konnte man überhaupt in die Gebäude hineinsehen, auch die Tour war kein informatives Highlight - das, was erzählt wird, steht auch in der Broschüre, die man ja unbedingt mitnehmen muss und auf die dann auch immer wieder gezeigt wird.

Wenn man nur kurz in Kyoto ist, gibt es sicherlich tollere Paläste, in denen man sich willkommener fühlt als hier.

 

Info
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Der Eintritt war zumindest bisher frei, man muss sich aber einer komplizierten Prozedur unterziehen. Dazu musste man sich entweder online registrieren oder mit dem Pass im "Office of the Imperial Household" auftauchen und sich für eine Führung registrieren. Das ist nur unter der Woche Vormittags geöffnet. Das ging allerdings auch relativ schnell und schon eine Stunde später konnte es losgehen. Alles wurde kurz geprüft, man musste einen kleinen Fragebogen ausfüllen, alles ist gut organisiert. Man bekommt eine kleine Bestätigung, mit der man sich dann beim Wachmann am Tor melden soll.

Es gibt Führungen auf Englisch (um 10 und 14 Uhr) und Japanisch. Die Tour dauert 1 Stunde und führt nur entlang der offiziellen Gebäude des Gosho und durch den Park.

Soweit ich gehört habe, soll die Prozedur ab Herbst vereinfacht werden - dann sollen die Gebäude dauerhaft zugänglich sein, auch ohne Führung. Ob es dann Eintritt kostet und wie dann der Ablauf ist, kann ich allerdings nicht sagen.

Mehr Informationen zur Registrierung gibt es hier:

http://sankan.kunaicho.go.jp/english/guide/kyoto.html


In diesem Sinne

Eure Anke

Freitag, 26. Februar 2016

{Russland - Sankt Petersburg - Sehenswertes} Prachtstraße

Hallo Leute!

Meine Güte - 2 Monate ist unser kleiner Frosttrip nun schon her. Und kaum eine Straße ist mir mehr in Erinnerung geblieben wie der Newski Prospekt - und das nicht nur, weil unser Hotel an der Straße lag.


Newski Prospekt
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Lage
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Die breite Straße bildet so etwas wie die Hauptverkehrsader der Altstadt von Sankt Petersburg. Sie führt von der Admiralität an der Newa bis hinunter zum Alexander-Newski-Kloster. Damit schafft sie eine direkte Verbindung zwischen den beiden Inseln, der Haseninsel mit der Peter-und-Paul-Festung und der Wasilewski Insel und dem Palast mit den normalen Wohngebieten im Süden.


Geschichte
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Benannt wurde die Straße nach Alexander Newski, der auch dem Kloster den Namen gab, das eines der ersten Gebäude auf dem Festland war. Alexander Newski war ein Fürst von Nowgorod im 13. Jahrhundert und gilt als Nationalheld Russlands und sogar als Heiliger der orthodoxen Kirche. Er galt besonders Peter dem Großen als besonders wichtig, weshalb er eine Art Stadtheiliger wurde.

Eingeweiht wurde die Straße 1721 nach 10 Jähriger Bauzeit. Aufgrund der Nähe zum Palast siedelten sich vor allem im Norden der Straße zahlreiche Aristrokraten an, deren prachtvolle Palais der Straße noch heute einen ganz besonderen Flair geben.


Sehenswertes entlang der Straße
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Die ganze Straße ist wohl DAS Zentrum für Touristen, weshalb es sich in Sankt Petersburg auf jeden Fall lohnt, sich ein Hotel in der Nähe des Newski Prospekts zu nehmen.

Sehenswertes gibt es hier für vermutlich 10 Sankt Petersburg Besuche.

Das erste und wohl wichtigste ist gleich zu Anfang direkt an der Newa gelegen. Hier findet man nämlich die beeindruckende Eremitage und den Winterpalast am barocken Palastplatz gelegen. Hier ist auch die Generalität, die Admiralität und die Isaakskathedrale nicht fern.

Zahlreiche andere Kirchenbauten findet man auch entlang bzw. in der Nähe der Straße, etwa die Bluterlöserkirche, die Kasaner Kathedrale oder ganz unten die Dreifaltigkeitskathedrale mit den Friedhöfen des Newski Klosters.

Beim Moskauer Bahnhof - etwa in der Mitte der Straße - glänzt außerdem der große Marmorobelisk, der an die tapferen Helden des Aufstandes von 1917 erinnert.

Shoppen kann man in einem von Russlands bekanntesten und exklusivsten Kaufhäusern, dem Gostiny Dwor, das direkt bei der Metrostation Newski Prospekt liegt. Auch in diesem Abschnitt sind die barocken Bauten, etwa das Stroganow Palais oder das Fabergé Haus oder das im Jugendstil errichtete Singer-Haus (Früher Sitz des Singer Konzerns, seit 1920 die größte Buchhandlung der Stadt).

Auch kulinarisch kommt man auf seine Kosten - für jedes Budget gibt es Cafes und Restaurants (allerdings meist Ketten, in den Seitengassen haben wir hier netteres gefunden).


Fazit
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Der Newski Prospekt bleibt für mich als Zentrum der Stadt in Erinnerung und es lohnt sich wirklich, irgendwo in der Nähe das Hotel zu buchen, weil wirklich sich fast alles rund um diese Straße abspielt. Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen entweder direkt an der Straße oder nur wenige Minuten Fussmarsch entfernt. Wir konnten (trotz Kälte von bis zu -25°C) alles ohne Probleme zu Fuß machen - und wo geht das schon.

Man hat durch unzählige Metrostationen allerdings auch eine gute Anbindung.

Ein besonderes Ereignis war für mich das Ballett der Schneepflüge am frühen Morgen. Was man in Wien nicht schafft, war hier kein Problem. 5 Schneepflüge haben synchron früh am Morgen die Straße geräumt, parallel dazu noch zwei kleine auf dem Gehsteig - Winterdienst funktioniert im kalten Norden.

Ich will unbedingt im Sommer nochmal wiederkommen! Wien hat seine Ringstraße - St. Petersburg die Newski Prospekt.

In diesem Sinne

Eure Anke

PS: Mehr Bilder findet ihr übrigens bei den einzelnen Sehenswürdigkeiten!

Dienstag, 9. Februar 2016

{Österreich - Wien - Sehenswertes} Grandioser Ausblick

Hallo Leute!

Wenn man in einer so geilen Stadt wie Wien wohnt, bekommt man naturgemäß quasi jedes Wochenende von irgendwem Besuch. Eines gehört zu unserem Standard-Besuchsprogramm...


Donauturm

Lage

Der Donauturm liegt außerhalb, mitten im Donaupark. Am besten kommt man mit der U1 dorthin. Die hält VIC Kaisermühlen. Nach einem kurzen Spaziergang (etwa 15 Minuten) steht man vor dem Eingang.



Öffnungszeiten und Preise

Die Öffnungszeiten sehen wiefolgt aus:

Montag - Sonntag 10:00 - 24:00 Uhr
Letzte Auffahrt um 23:30 Uhr


Die Eintrittspreise:

Erwachsene zahlen 7,20€ (Ermäßigt 5,90€), das Kinderticket kostet 5,20€, Kinder unter 6 Jahren sind frei. Es gibt dann noch verschiedene Kombitickets, die sich eigentlich immer lohnen, da sie 1 Jahr gültig sind.

Wir sind außerdem Mitglieder des Wienclubs, wodurch wir automatisch den Kinderpreis zahlen.


Aufzüge

Es gibt 2 Lifte für bis zu 15 Personen. Diese bringen einen mit 6,2 m/sek. (Daten von der Homepage donauturm.at) auf 165 m Höhe. Die Lifte haben ein Glasdach, wodurch man während der Fahrt nach oben schauen kann.

Die Wartezeiten waren bei uns bisher immer ganz OK (maximal 10 Minuten). Das einzige, was tierisch nervt, man wird jedesmal lustig fotografiert und bekommt die Bilder dann beim Runterkommen zu überteuerten Preisen angeboten. Ich wollt ja da immer schonmal probieren zu verhandeln...



Was gibts oben?

A. Aussichtsterrasse

Es gibt im Prinzip 2 Aussichtsterrassen. Eine ist im Freien, die andere ist etwas höher im Inneren. Von beiden hat man einen traumhaften Ausblick auf Wien von Schwechat bis Klosterneuburg und vom Wiener Wald bis ins Wiener Becken. Man sieht wirklich alles von hier aus. Bei guter Sicht kann man angeblich sogar bis zur Burg Kreuzenstein schauen, die ich allerdings noch nie gesehen habe.

An der unteren Aussichtsterrasse ist außerdem eine Bungee-Brücke untergebracht, die ich allerdings (aus Angst oder aus Geldgründen; die Entscheidung bleibt euch) noch nicht ausprobiert habe.


B. Drehendes Cafe

Es gibt außerdem ein Cafe mit wunderbarem Ausblick, aber grottig schlechtem Service. Man hat da nur 2-3 Kellner für ca. 50 Tische (a 8 Plätze) angestellt. Da passiert es schonmal, dass man ne halbe Stunde sitzt, bis der Kellner einen entdeckt. Uns passiert das eigentlich jedes mal. Auf jeden Fall bekommt man hier seine Melange und Getränke sowie kleinere Speisen (Suppe und Kuchen) zu normalen Wiener Touristenpreisen.
Das Cafe dreht sich in einer langsamen Geschwindigkeit (1 Umdrehung pro halbe Stunde etwa) und man hat einen echt schönen Ausblick über Wien.

Aber das mit den Kellnern ist schon echt nervig, wenn man z.T. 50 Minuten warten muss und dann etwa Melange und Apfelstrudel in einer zeitlichen Verschiebung von 20 Minuten bekommt.


C. Restaurant

Das Restaurant habe ich noch nicht ausprobiert. Es ist nämlich einfach nur schweineteuer!



Sanitäre Anlagen

Die sanitären Anlagen sind sehr sauber. Es ist nur echt iritierend, wenn sich die Schüssel bewegt, da sie sich im Drehenden Teil des Turmes befinden.


Historisches

Der Turm wurde 1964 eröffnet und empfängt pro Jahr 400000 Besucher. Das geht für Wien, die normalerweise um die 1 Millionen Besucher im Monat verzeichnen.

Gebaut wurde er anlässlich der internationalen Gartenschau 1964.


Fazit

Auch oder gerade beim ersten Wienbesuch ist eine Fahrt auf den Donauturm absolut einzuplanen. Ich liebe die Aussicht von hier oben, fast schon egal, bei welchem Wetter. Man hat einen traumhaften Ausblick über die gesamte Stadt, auf der Innenterrasse kann ich stundenlang rumsitzen und die Diskussionen beobachten, wo denn jetzt nun der Dom sein könnte (Tipp, ja, in Köln ist auch einer, unserer heißt halt anders).

Auch im Kaffee kann ich trotz des miserablen Service und der etwas altbackenen Atmosphäre stundenlang sitzen und mich rumkutschieren lassen, bis ich abends das Gefühl habe, aufgrund der ständigen Drehbewegung mich immernoch zu drehen.

Der Donauturm ist ein wirkliches Ziel, er ist bei weitem weniger überlaufen als etwa das Riesenrad, man sieht aber deutlich mehr und hat den riesigen Vorteil, dass man so lange oben bleiben darf, bis die abends um 24 Uhr zusperren. Zum Sonnenuntergang ist bei gutem Wetter natürlich ein ganz besonderes Highlight.

Sehr sehenswert! Sollte beim nächsten Wienbesuch nicht verpasst werden (vielleicht hänge ich da auch irgendwo im Liegestuhl, einfach mal nachfragen ^^).

In diesem Sinne

Eure Anke



Mittwoch, 20. Januar 2016

{Russland - St. Petersburg - Kirche} Museum für Antireligiöse Kunst? Aber... Hä?

Die Kuppel der Isaakskathedrale erhebt sich an der Newa
Hallo Leute!

Manchmal gibt es Orte, die dann doch ein bisschen merkwürdig sind. So war in der Isaakskathedrale während der Sowjet-Zeit ein antireligiöses Museum untergebracht...

Isaakskathedrale
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Lage
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Die goldene Kuppel der Isaakskathedrale erhebt sich direkt an der Newa unweit der Eremitage direkt neben der Admiralität.


Öffnungszeiten, Eintrittspreise
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Es gibt unterschiedliche Tickets für das Museum (250 Rubel/Person), für den Umgang der Kuppel (250 Rubel) und ein Kombiticket für 400 Rubel. Die Tickets gibt es an Automaten, die auch auf Englisch funktionieren, einige davon funktionieren auch mit Rubel-Noten.

Die Kathedrale ist täglich (außer Mittwochs) von 11 bis 19 Uhr geöffnet.
Altarraum




Geschichte
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Die erste hölzerne Kirche für den Stadtheiligen Isaak entstand bereits 1707. DIese wurde allerdings bereits 10 Jahre später durch einen Steinbau ersetzt, doch dieser wurde kurze Zeit später bei einem Brand vollständig zerstört.

Katharina die Große gab dann 1765 einen neuen Bau in Auftrag, der allerdings nur stockend fertiggestellt wurde. Der Bau wurde 1802 geweiht, allerdings mit nur einer anstatt 5 geplanten Kuppeln.

Nach dem Sieg gegen Napoleon sollte die Kathedrale zu einem Nationalmonument werden. Daher beauftragte Alexander I. den Franzosen Montferrant mit dem Neubau, in den nur der Altarraum der alten Kirche mit einbezogen wurde.

Dazu musste zunächst ein stabiles Fundament in den Sumpf an der Newa gehauen werden - dazu dienten insgesamt 11000 Baumstämme in den Boden gerammt. Dennoch kam es bei den Bauarbeiten immer wieder zu statischen Problemen. 1858 wurde die Kathedrale schließlich in ihrem heutige Zustand fertiggestellt und geweiht.

Nach 1928 wurde in der Kathedrale ein Museum für Antireligiöse Kunst untergebracht. Unter anderem hing ein Faucaultsches Pendel von der Decke, um die Erdrotation zu demonstrieren.

Im 2. Weltkrieg wurden hauptsächlich Kunstgegegenstände hier deponiert. Aus Schutz wurden sogar die goldenen Kuppeln grün angestrichen.

Heute finden in der Kathedrale zumindest zu hohen Festtagen wieder Gottesdienste statt, ansonsten ist der Innenraum hauptsächlich ein Museum.




Fazit
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Dafür, dass die Kirche in der Sowjet-Zeit ordentlich zu leiden hatte, ist sie wirklich beeindruckend. Schon das Portal mit den riesigen Marmorsäulen sind einfach gigantisch.

Insgesamt mehr als 40 Gesteinssorten wurden verwendet, großartig sind alleine schon die zehn großen Malachitsäulen. Alle Materialien sollen bei einer Büste des Architekten verwendet worden sein, die im Inneren ausgestellt ist, allerdings bei unserem Besuch nicht zugänglich war, vermutlich aufhrund von Restaurierungsarbeiten.

Die großformatigen Mosaike sind nicht ganz so beeindruckend wie in der Erlöserkirche, aber dennoch genauso großartig anzusehen wie die riesige Kuppel.

Oben kann man an einem Umlauf bei der Kuppel den Ausblick auf die Newa genießen, das war bei unserem Besuch allerdings wetterbedingt (Eissturm) nicht möglich.

Die Isaakskathedrale ist für mich absolut sehenswert und gehört neben Festung, Eremitage und Erlöserkirche sicher zu den Highlights (zumindest im Winter)

In diesem Sinne

Eure Anke

Mittwoch, 13. Januar 2016

{Russland - St. Petersburg - Sehenswertes} Da wo St. Petersburg begann


Hallo Leute!

St. Petersburg gehört ja sicherlich zu den jüngsten Großstädten Europas - gegründet durch Peter den Großen im Jahr 1703. Und begonnen hat die Stadt vor allem als Festung, die Russland zur Newa-Mündung und bis zur Ostsee hin absichern sollte. Und daher begann auch alles mit dieser Festung...

Peter-und-Paul-Festung
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Lage
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Die Festung liegt auf der kleinen Haseninsel an der Newa-Mündung ziemlich direkt gegenüber des Winterpalast - leicht zu erkennen an der goldenen Spitze der Peter-und-Paul-Kathedrale.

Am einfachsten gelangt man mit der Metro dorthin (blaue Linie, Station Gorkowskaja). Von dort aus sind es noch etwa 5 Minuten Fußmarsch. Die Insel selbst erreicht man über 2 Brücken, an denen man auch gleich in die Ticketbüros geleitet wird.

Die Zarengräber



Öffnungszeiten, Eintrittspreise
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Das Gelände der Festung ist frei zugänglich und täglich von 8:30 bis 21 Uhr geöffnet, die auf dem Gelände befindlichen Museen sind täglich (außer Mittwoch) von 10 bis 17 Uhr zugänglich.

Die Eintrittspreise sind unterschiedlich - wir haben uns für das Kombiticket um 450 Rubel entschieden. Dafür kann man dann das Haus des Kommandanten (war leider wegen Renovierungsarbeiten bei unserem Besuch geschlossen), ins Gefängnis, in die Kathedrale und in den Newa-Curtain, der Außenmauer, in der man eine Ausstellung zur Geschichte der Festung untergebracht hat. Zudem gibt es irgendwo noch ein Museum zur Geschichte der russischen Raumfahrt, das wir aber nicht gefunden haben (haben auch etwas unmotiviert gesucht).

Neben den Ausstellungen kann man gegen zusätzlichen Eintritt noch auf die äußere Festungsmauer steigen (Newa Panorama), das gleiche Panorama bekommt man allerdings auch, wenn man unten an der Mauer entlang spaziert (da kostet es nix). Außerdem gibt es noch einen Pavillon, in dem das Boot Peters des Großen ausgestellt wird und ein Wachsfigurenkabinett.

 Geschichte
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Peter der Große beschloss 1703 die Neugründung St. Petersburg und noch im gleichen Jahr begann der Bau der großen Festungsanlage, die Russland im Nordischen Krieg gegen die Schweden absichern sollte. Peter selbst beaufsichtigte den Bau und lebte währenddessen in einer kleinen Holzhütte unweit der Baustelle. Die zunächst aus Holz gebaute Anlage wurde 1706 bis 1740 komplett aus Stein gebaut. Festungsbaumeister war Domenico Trezzini.

Schon 1720 wurde in einer der Bastionen das berüchtigste Gefängnis Russlands gebaut, in dem später unter anderem Lenins Bruder Alexander Uljanow, Maxim Gorki und Dostojewski untergebracht waren. Dieses wurde 1917 bedeutendes Symbol der Revolution, da die Revolutionäre das Gefängnis stürmten und die Gefangenen befreiten.

Ein weiteres Gebäude von zentraler Bedeutung ist die Kathedrale, die als erstes Gotteshaus von St. Petersburg entstand und bis heute Grablegungskirche der Zarenfamilie ist - unter anderem findet man hier die Gräber von Peter dem Großen und auch von Katharina der Großen und auch die letzte Zarenfamilie ist in einer kleinen Kapelle gesondert bestattet.


Unser Rundgang
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Für die Festung haben wir uns etwa 4 Stunden Zeit genommen. Begonnen haben wir im Gefängnis, das in der Trubezkoi Bastion untergebracht war. Im zweigeschossigen Gebäude kann man sich die Entwicklung der Einrichtung anschauen und wird auf anschaulichen Schautafeln über die meist politischen Gefangenen informiert, die in den einzelnen Zellen untergebracht waren. In verschiedene Zellen, auch in den Karner, die Strafzelle, kann man hineingehen, auch mal die Türe schließen. Das war wirklich beeindruckend. Hier waren ausschließlich Einzelzellen auf zwei Etagen, eine Kommunikation wurde durch eine Schallisolierung unterbunden.

Nicht verpassen sollte man das Panorama. Hierfür muss man allerdings nicht auf die Festungsmauer hinauf. Kostenlos gibt es das nämlich auch, wenn man durch das Tor auf der Newa-Seite hinaustritt. Hier ist auch ein 350 Meter langer Sandstrand - der war bei -18°C leider nicht zu gebrauchen, ist im Sommer allerdings mit Sicherheit ganz toll.

Im Newa Curtain ist eine kleine, aber feine Ausstellung zur Geschichte der Bastion. Sie zeigt unter anderem die Überreste eines hölzernen Torbogens.

Da das Kommandantenhaus leider geschlossen war, gingen wir nun direkt zur Kathedrale. Die ist allerdings immer sehr voll, da sie natürlich im Zentrum der Aufmerksamkeit steht. Hier findet man die Gräber der Zarenfamilie und anderer Adeliger - sogar angebaut werden musste schon, da die Familiengruft der Romanows nämlich schon ziemlich überfüllt war.

Nett ist auch noch eine Statue Peters des Großen, die wohl als moderne Kunst gelten könnte. Der Kopf ist nämlich im Vergleich zum restlichen Körper sehr klein.


Fazit
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Die Peter-und-Paul-Festung gehört sicherlich zum Standardprogramm einer jeden St. Petersburg Tour und das mit Recht. Das verwinkelte Gelände bietet einiges an Geschichte und an sehr hübscher Architektur. Gerade im Außenbereich hätten wir uns im Sommer wohl etwas länger aufgehalten, uns an den Strand gesetzt und das Panorama genossen - wir hatten aber ein bisschen Angst, dass uns auf der Newa ein Eisbär entgegenkommt - dafür war es für uns schlicht zu kalt.

Sehr eindrucksvoll und bedrückend ist für mich das Gefängnis im Kopf haften geblieben. Wenn man in der engen Strafzelle die Tür zumacht, kommt einem schon eine bisschen die Platzangst. Aber auch die Kathedrale mit den Zarengräbern fand ich super spannend, genauso wie das tolle Glockenspiel, das stündlich gespielt wird.

Ich war begeistert und kann einem jeden Reisenden in St. Petersburg einen Besuch wärmstens ans Herz legen.

In diesem Sinne

Eure Anke

Dienstag, 12. Januar 2016

{Russland - St. Petersburg - Museum} 400 Räume voll mit Kunst


Hallo Leute!

Riesige Museen sind immer ein kleines bisschen überwältigend - in der Eremitage in St. Petersburg war ich sogar ein ganz kleines bisschen überfordert...

Eremitage
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Lage
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Die Eremitage ist die Kunstausstellung, die sich auf mehrere Gebäudekomplexe in und um die Eremitage und den Winterpalast untergebracht sind. Das riesige Gebäude liegt direkt an der Newa am Newsky Prospekt. Der Zugang ist am Palastplatz (man erkennt ihn gut an den Schlangen.


Öffnungszeiten, Eintrittspreise
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Wir zahlten das Ticket an einem der 4 Automaten, die im Hof des Schlosses stehen. Hier sind die Schlangen am kleinesten und man zahlt 600 Rubel. Dafür erhält man eine Eintrittskarte zur Eremitage, zum Generalstabsgebäude, zum Menshikow-Palast und zum Porzellanmuseum. An der Kasse gibt es zusätzlich ein Ticket für Russen und Weißrussen für 400 Rubel, das man wohl mit einiger Überzeugungskraft wohl an der Kasse bekommt.

Zudem gibt es ein online Ticket für 22 Dollar, was allerdings weit mehr als den doppelten Eintrittspreis bedeuten würde. Wir waren kurz nach der Öffnung der Kassen da und nach gut 10 Minuten waren wir drin.


Die Ausstellung ist täglich außer Montags von 10:30 bis 18 Uhr geöffnet, Mittwochs und Freitags sogar bis 21 Uhr. Für den Winter sind die Öffnungszeiten okay, zumal wir festgestellt haben, dass wir eh nicht früher aus dem Bett kamen, im Sommer würde ich die späte Öffnung als ein wenig blöd befinden, zumal man sich auf jeden Fall den ganzen Tag Zeit nehmen sollte.

Jacken und Rucksäcke müssen abgegeben werden (kostenlos an der Garderobe). Es empfiehlt sich allerdings, in einer kleinen Umhängetasche eine Flasche Wasser und eine Kleinigkeit zu Essen mitzunehmen. Es gibt zwar eine Kantine, die ist aber völlig überteuert.

Fotografieren ist außer in temporären Ausstellungen kein Problem.


Die Ausstellung
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Ziemlich voll
Die Ausstellung erstreckt sich im wesentlichen über die alte und neue Eremitage, die einzig gebaut wurden, um die Kunstsammlung unterzubringen, sowie im eigentlichen Winterpalast und erstreckt sich über bis zu 3 Etagen. Man bekommt einen Plan der mehr als 200 Museumsräume gleich am Eingang. Allerdings darf man sich nicht irritieren lassen, die ersten Räume schaut man sich zum Schluss an, da die meisten die Ausstellung in Richtung Eremitage betreten.

Gleich zu Beginn kommt man in den Antikenteil der Sammlung, bestehend aus Stücken aus dem alten Ägypten, Griechenland und Rom. Nach oben kommt man dann in die Gemäldeausstellung, die eigentlich Meisterwerke jeder gängigen Schule beinhalten. Sie ist nach den Herkunftsländern in eine Niederländische, eine Italienische, eine Spanische, eine Britische, eine Französische, eine Deutsche und eine Russische Abteilung gegliedert und erstreckt sich über die gesamte erste Etage. Man findet hier einzigartige Werke etwa von da Vinci, Rembrandt oder Rubens (neuere Werke von Picasso und Matisse sind derzeit noch im Generalstabsgebäude, sollen aber in nächster Zeit in der dritten Etage ihren Platz finden).

Besonders beeindruckend ist die Pfauenuhr, die jeden Mittwoch um 19 Uhr vorgeführt wird (haben wir leider verpasst). Zu jeder vollen Stunde bietete sich zu damaligen Zeiten eine beeindruckende Szenerie mit einem Radschlagenden Pfau - gezeigt wird das heute nur noch einmal wöchentlich und ein Video läuft im Hintergrund.

Ebenfalls im Ersten Stock, im Hauptkomplex des Winterpalastes (die Gebäude sind übrigens alle miteinander verbunden und vernünftig geheizt) findet man einige Prachträume, etwa den Thronsaal, den Wappensaal und in einem Saal, der mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, befinden sich Portäts zahlloser Feldherren aus dem napoleonischen Krieg (und zwar von beiden Seiten).

In der oberen Etage befindet sich dann eine Sammlung fernöstlicher Kunst mit Schwerpunkten in Japan und dem Iran.

Im Erdgeschoss kann man sich dann noch die Räume anschauen, die laut ausgegebenem Plan eigentlich die ersten sein sollten. Diese beinhalten Exponate aus der russischen Antike mit Schwerpunkt auf Sibirien.



Die Pfauenuhr

Fazit
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Das hört sich ja alles nicht so viel an, dennoch ist man schnell überwältigt, nicht nur von den eindrucks- und prunkvollen Palasträumen sondern alleine von der schieren Anzahl der Werke die hier ausgestellt werden - 3 Millionen Werke sollen sich im Archiv der Eremitage befinden. Wir waren rund 6 Stunden in der Ausstellung und haben uns wirklich nur auf die Highlights beschränkt. Nach 6 Stunden waren wir völlig erschöpft (wir hatten zudem nichts zu Essen dabei). Und als wir rauskamen, stand noch immer eine gigantische Schlange am Einlass.

Was ich ein bisschen bemängeln würde, ist eine fehlende klare Linie, so dass man als Besucher klar weiß "Okay, da gehts jetzt lang". Die Räume sind zwar alle numeriert, aber irgendwie nicht so, dass man immer z.B. an einer Treppe endet oder an einem Übergang, der einen zum Nachbargebäude führt. Und auch, dass man die Räume im Erdgeschoss, die die niedrigsten Nummern tragen, nicht nacheinander ansehen kann, empfand ich als irritierend. Immerhin befindet man sich in einem Labyrinth aus beinahe 400 Räumen - ohne die Übersichtskarte (gibts am Eingang) geht da gar nix.

Insgesamt gehört die Eremitage absolut zum Pflichtprogramm für St. Petersburg. Man sollte aber wirklich viel Zeit einplanen, nicht nur wegen der schieren Größe der Schätze, die größtenteils die Zaren zusammengetragen haben, sondern auch aufgrund der Menschenmasse, die sich täglich durch das Museum schieben.

Von mir bekommt die Eremitage ganz klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke