Mittwoch, 30. März 2016

{Österreich - Wien - Museum} Das Chaos-Museum

Hallo Leute!

Volkskundemuseen kennt wohl jedes Kind - es gibt sie überall und sie beschäftigen sich mit den unterschiedlichsten Völkern. Und das Wiener Volkskundemuseum beschäftigt sich mit einem kleinen, wilden Bergvölkchen genannt Österreichern.


Volkskundemuseum Wien
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Lage
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Das Museum liegt im kleinsten der Wiener Bezirke, in der Josefsstadt, im 8. Bezirk nahe der Alserstraße in der Laudongasse - bestens mit der Tram Linie 5 oder dem Bus Linie 13A zu erreichen.


Öffnungszeiten, Eintrittspreise, Kontakt
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Öffnungszeiten:

Dienstag - Sonntag 10-17 Uhr
Montag geschlossen
außer an Feiertagen
24. und 31. Dezember 10-15 Uhr

Schließtage:
1. Jänner, Ostersonntag,
1. Mai, 1. November,
25. Dezember


Eintrittspreise:

wir hatten mal wieder mit der Niederösterreichcard freien Eintritt (1x pro Jahr)

Eintritt € 8

SeniorInnen, Ö1 Club Mitglieder, Josefstadt Card, u.a. € 6

Studierende und Lehrlinge (19 bis 27 Jahre), Arbeitslose € 4

Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 19. Lebensjahr,
KulturpassinhaberInnen, Mitglieder des  Vereins für Volkskunde
Mitglieder von ICOM und Museumsbund Österreich Inhaber der NÖ Card
und der Erste Bank Card FREI

Jahreskarte € 22

Familienkarte € 15

Wien Karte € 6

Gruppentarif ab 10 Personen, Eintritt pro Person € 5

(ab 11 Personen hat der Gruppenleiter freien Eintritt)

Führungstarif pro Person € 4

Gruppenpauschale für Führungen unter 10 Personen € 40


Kontakt:

Österreichisches Museum
für Volkskunde
Laudongasse 15-19, 1080 Wien

T: +43 1 406 89 05
F: +43 1 408 53 42
E: office@volkskundemuseum.at
W: www.volkskundemuseum.at


Ausstellung
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Die Ausstellung gliedert sich in eine Dauerausstellung (Erdgeschoss) und einer Sonderausstellung (Obergeschoss). Die Sonderausstellung wechselt etwa alle 3 Monate. Derzeit ist das eine spannende und außergewöhnliche Ausstellung zum Thema Flucht und Vertreibung nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Hier werden mit Beamern unterschiedliche Interviews an die Wände projiziert, man kann sich setzen und den alten Menschen (Vertriebenen wie Verbliebenen) zuhören. Mich hat das bewegt, da meine Großeltern zwar nicht nach Österreich sondern nach Deutschland vertrieben wurden. Viele Geschichten haben mich sehr an die Berichte meiner Großeltern erinnert.

Die Ausstellung im Untergeschoss beschäftigt sich mit dem Österreichischen Brauchtum, beschäftigt sich aber zu geschätzt 50% mit kunstvoll bemalten Möbeln. Sogar eine komplette Bauernstube wurde rekonstruiert. Eine Sonderausstellung, die in die Dauerausstellung integriert wurde, beschäftigt sich mit den Möbeln von Anna und Sigmund Freud, die teils sogar aus Wien nach England transferiert wurden, weil sie vor allem Anna das Gefühl von Heimat gab,

Die Ausstellung an sich wirkt auf mich nicht nur unspektakulär, sondern auch relativ chaotisch konzipiert - manche Möbel verdeckten andere komplett oder Erklärungen dazu, so dass man sich förmlich durch die Bauernschränke hindurchschieben musste. Auch der Weg, den man durch die Ausstellung nehmen soll, schien nicht so recht klar, ich jedenfalls sah Teile mehrmals, andere Teile nur einmal, irgendwie wirkte das Ganze etwas Labyrinthartig.

Ein relativ günstiges Cafe gibt es auch noch, das haben wir allerdings nicht genutzt.


Fazit
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Das Positive zu erst: Die Sonderausstellung im Obergeschoss des schönen, alten Gebäudes, ist bewegend und außergewöhnlich. Ich hätte den alten Leuten Stundenlang zuhören können. Sie erzählen aus der Zeit vor, während und nach dem Krieg - eine Generation, die ihre Geschichte nicht mehr allzu lange erzählen kann - wirklich interessant.

Das Negative: Die Dauerausstellung ist mir nicht durch irgendwelche hochinteressanten Stücke in Erinnerung geblieben, sondern viel mehr dadurch, dass sie mehr als zugestellt wurde - als Besucher verliert man hier leicht den Überblick - und irgendwie zusammenhangslos wurde dann die Freud-Ausstellung eingebunden, bei Erklärungstafeln musste man gelegentlich raten, zu welchem Stück sie denn nun gehören.

Ich komme nur wieder, wenn eine spannende Sonderausstellung ist - die Dauerausstellung ist eher schwach.

In diesem Sinne

Eure Anke

Dienstag, 29. März 2016

{Niederösterreich - Baden - Beethoven} Stadtfluchten

Hallo Leute!

Beethoven ist, wie ich übrigens auch, als Deutscher in Wien gestrandet, in der Stadt der Komponisten. Und wie ich floh er auch ganz gerne mal aus der Großstadt. Das merkt man alleine daran, dass es gefühlte 50 Beethovenwanderwege gibt. Ein Zentrum seiner Stadtfluchten war Baden, etwa 20 km südlich von Wien. Dort schrieb er auch Teile seines berühmtesten Werks, der 9. Symphonie. Seinen Sommeraufenthalten hat die Stadt Baden jetzt ein neues Museum gewidmet in einem Haus, in dem der Meister mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit während der Sommerfrische auch gelebt hat.

Beethovenhaus der 9. Symphonie
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Lage
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Das Haus der 9. liegt in einer Gasse direkt hinter dem Rathaus (Rathausgasse 10). Vom Bahnhof aus läuft man ca. 10 Minuten, allerdings habe ich einen direkten Hinweis am Rathausplatz vermisst.


Öffnungszeiten, Eintrittspreise
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Zunächst sei vorweggeschickt - mit der Niederösterreichcard hatten wir wieder freien Eintritt (eine Anschaffung lohnt eventuell schon bei einem längeren Urlaub in der Gegend).


Öffnungszeiten

Dienstag – Sonntag und an Feiertagen 10:00 – 18:00 Uhr

Am 24.12. + 31.12. nur von 10:00 – 14:00 Uhr geöffnet!


Eintrittspreise

Erwachsene: € 6,–
Gruppen ab 10 Personen und Senioren: € 4,–
Ermäßigt: € 3,– (Kinder von 6 – 15 Jahren, Schüler, Studenten, Lehrlinge und Präsenzdiener)

Samstag, Sonntag und Feiertage jeweils um 17.00 Uhr
Führungsticket: € 2,50 (haben wir nicht gemacht, wir waren ca. 12 Uhr dort)


Kontakt
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Beethovenhaus Baden
Rathausgasse 10
2500 Baden bei Wien
Austria

+43 2252 254488
willkommen@beethovenhaus-baden.at
www.beethovenhaus-baden.at


Geschichte
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Im Haus Rathausgasse 10 stieg Beethoven in den Sommern 1821 bis 1823 ab. Hier befand er sich mitten im Zentrum des Kaiserhofs, denn Kaiser Franz hatte Baden zu seiner Sommerresidenz erklärt. Auch einige seiner Förderer lebten hier. Außerdem bietet Baden immer wieder die Möglichkeit zu Fluchten. Einmal soll er sogar wie im Wahn bis ins mehr als 30 km entfernte Wiener Neustadt gelaufen sein - er wirkte dabei häufig eher verwirrt, trug einen alten Mantel und wurde von vielen für einen Bettler gehalten.

Obwohl Beethoven selbst sagte, dass er nie so unproduktiv sei wie in Baden schrieb er in seinem Gästehaus in Baden weite Teile der 9. Symphonie - darunter auch sein berühmtestes Werk "Freude schöner Götterfunken", das wohl jeder Grundschüler schonmal auf seiner Blockflöte spielen musste.



Das Museum
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Vorweggeschickt: Fotografieren war nicht erlaubt - und wie immer habe ich mich auch dran gehalten.

Das sehr moderne Museum ist erst im letzten Jahr entstanden und hat entsprechend ein sehr schönes Konzept.

In der obersten Etage sind die Wohnräume ausgestellt, so in etwa wie sie hätten sein können. Man sieht eine große Schreibtischkommode mit verstreuten Notenblättern, als wäre der Meister nur mal kurz auf dem Klo. Auf der anderen Seite sind Notenständer mit Zitaten von Beethoven.

In der mittleren Etage sieht man einen Hammerflügel, auf dem Beethiven zeitweise auch gespielt hat. Dazu kommt eine lange Tafel, an der das Leben Beethovens anhand von Gegenständen illustriert wird.

Dazu kommt eine Hörstation, in der die Werke Beethovens über Kopfhörer eingespielt werden.

Im Raum zum Tode Mozarts wird eine Totenmaske sowie eine Haarlocke Beethovens gezeigt.

Unten ist dann ein Bereich einzig und alleine seinem Großwerk, der 9. Symphonie gewidmet. Hier kann man etwa ein Orchester beim Spielen verfolgen und erlebt die Komplexität die beim Komponieren notwendig ist.

Unten ist dann noch ein Hörlabor, das sich mit dem Thema "Ertauben" beschäftig, da Beethoven am Ende seines Lebens arge Probleme hatte, nur auf einem Ohr noch sehr wenig gehört hat. Hier bekommt man demonstriert, was der langsame Hörverlust bedeutet.


Fazit
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Klein, aber fein - das kann man auch bei diesem Niederösterreichischem Museum sagen. Sehr cool und faszinierend fand ich die Demonstration, wie komplex so eine Komposition sein muss um ein ganzes Orchester mit Chor zu beschäftigen. Man sieht dabei, wie welche Gruppe einsetzt, gleichzeitig wird eine Partitur durchgeblättert - da konnte ich mich fast 30 Minuten alleine aufhalten. Viele andere Museen sind weit größer, weit teurer und bei weitem weniger anschaulich!

Von mir gibt es super coole 5 Sterne - ein Trip nach Baden ist es auf alle Fälle wert.

In diesem Sinne

Eure Anke

{Niederösterreich - Weinviertel - Mistelbach} Prähistorie und ganz viel Blut

Hallo Leute!

Rund um Wien gibt es viel zu Erkunden. Durch eine Plakatwerbung in Wien bin ich auf das Mamuz aufmerksam geworden, das im schönen Mistelbach im Weinviertel (50 km nördlich von Wien) beheimatet ist.


MAMUZ
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Lage
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Wir kamen mit dem Zug, der etwa 50 Minuten vom Stadtzentrum (Wien Mitte oder Praterstern) benötigt. Die Strecke ist landschaftlich sehr reizvoll, schließlich führt sie durch unendliche Felder. Aussteigen kann man beim Bahnhof Mistelbach, einige Züge (die die überall halten) fahren weiter bis Mistelbach Stadt. Von beiden Stationen aus ist das Leitsystem optimal (mit großen braunen Schildern und Mamuts am Boden) - verlaufen ist quasi unmöglich. Vom Hauptbahnhof läuft man ca. 20 Minuten.



Öffnungszeiten, Eintrittspreise
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Wir kamen wieder einmal mit der Niederösterreichcard, weshalb ein Besuch im Jahr gratis ist.

Das benachbarte Nitschmuseum ist im Eintritt genauso enthalten wie das Schloss Asparn/Zaya, das etwa 7 km von Mistelbach entfernt ist (der Eintritt dort gilt aber bis Saisonende im November, also muss man nicht sofort weiterwandern.


Öffnungszeiten:

Saison 2016: 20. März - 27. November
Dienstag – Sonntag: 10 – 17 Uhr
(An Feiertagen auch montags geöffnet)
Letzter Einlass: 16:30 Uhr

Eintrittspreise:

Erwachsene: 10 Euro

Ermäßigt: 8 Euro*
(Gruppen, Studenten bis 26 Jahre, Senioren, Jugendliche 15 - 18 Jahre, körperlich beeinträchtigte Personen)

Kinder (11 – 14 Jahre): 3 Euro

Schüler im Klassenverband: 3 Euro

1stündige Führungen finden Samstags, Sonntags und Feiertags um 13 Uhr und um 15 Uhr statt - sie kosten 3€ und führen durch beide Ausstellungen.



Mamuz
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Das Mamuz hat jede Saison eine andere Ausstellung. In dieser Saison beschäftigt sie sich mit dem Thema Stonehenge.

Es wird hier zum einen sehr viel mit Multimediastationen gearbeitet - besonders erwähnenswert ist die im Obergeschoss. Hier hat man eine Leinwand um die Ecke aufgebaut und arbeitet mit einer Computersimulation. In der Mitte stehen Liegemöbel, auf denen man es sich bequem machen kann und wenn man ein bisschen sitzt fühlt man sich wie mitten im Steinkreis.

Die Filme handeln alle von der Entstehung und der Geschichte von Stonehenge. Dazu werden auch Stücke der dort verwendeten Steine gezeigt, die zum Teil mehr als 200 km aus Wales antransportiert werden mussten.

Außerdem werden unterschiedliche Funde (meist Repliken allerdings) gezeigt, die die Bedeutung von Stonehenge illustrieren - darunter die Grabbeigaben eines Bogenschützen.

Auch für Kids wird viel getan. Es gibt eine Puzzle Station, eine Station, an der man Stonehenge aus Bauklötzen nachbauen soll. Zudem gibt es ein Spiel, bei dem man an verschiedenen Stationen Info-Karten einsammeln soll, die man dann später in einem Memoryspiel zusammenlegen kann.



Nitsch Museum
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Das Nitsch Museum widmet sich dem Werke Hermann Nitschs. Ich hätte es eigentlich wissen müssen, schließlich war ich schon 2x unverhofft in eine seiner Ausstellungen geraten. Hier wird Gott sei Dank etwas weniger mit Videos gearbeitet, trotzdem ist es nix für schwache Nerven. In einem Raum werden Bilder seiner Kunstaktionen gezeigt - da ist das aufgeschlitzte Schwein, aus dem das Blut über den darunterliegenden Mann auf die Baumwolllaken läuft noch das harmloseste (die Laken werden im Hauptraum gemeinsam mit einer sinnlosen Zusammenstellung aus Zucker und Taschentüchern gezeigt).

Wenn selbst mir übel wird (als Medizinisch gebildete Biologin kenne ich mich mit Blut einigermaßen aus), ist das keine Kunst, sondern eklig.



Fazit
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Klein, aber fein ist die Ausstellung über Stonehenge in Mistelbach. Dennoch lohnt die Anreise, schließlich fühlt man sich in einer coolen 3D Simulation wie mitten in Stonehenge. Auch die Beigaben und Funde sind wirklich interessant. Allerdings sind an manchen Stellen zu wenige Kopfhörer für zu viele Besucher.

Das Nitsch Museum ist zwar im Preis enthalten, ich empfehle den Gang aber wirklich nur Leuten, die Blut sehen können. Aber selbst dann erschließt sich der Sinn des Ganzen leider nicht wirklich.

Für das Museumszentrum als Ganzes gebe ich gute 4 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Freitag, 25. März 2016

{Österreich - Wien - Pizzeria} Leckere Pizza am Hauptbahnhof

Hallo Leute!

In diesem Frühjahr habe ich beschlossen, mich mal auf die Suche nach der besten Pizzeria in Wien zu machen. Einen Anfang macht die L'Osteria am Hauptbahnhof. Man war schon auf nem guten Weg - aber lest selbst...

L'Osteria
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Lage
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L'Osteria ist eine Deutsche Kette, die in Wien mit 2 Filialen ihren Einzug gehalten hat. Eine davon ist in der Bräunerstraße im Ersten Bezirk (nahe Stephansdom) und die zweite, von mir getestete Filiale ist am Wiener Hauptbahnhof im Zehnten Bezirk. Allerdings ist sie nicht im Food Corner, sondern sie liegt vorm Haupteingang neben dem McDonalds



Ambiente
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Das Ambiente macht zunächst einmal einen ganz netten Eindruck, in der offenen Küche kann man den Köchen bei der Zubereitung zuschauen.

Die Tische stehen leider ein bisschen eng - wenn mans mit Humor nimmt, ist alles okay. Wir hatten zwei Damen im besten Alter neben uns, die eine hat ohne Punkt und Komma geredet (auch während dem Essen) und die andere hat währenddessen über die Weight Watchers und vor allem über eklige Operationen zu philosophieren. Ich wollte zwischendurch mal mein Mitgefühl ausdrücken, dass der Schönheitschirurg sie 12 Stunden in Narkose hate - genau genommen wollte ich mal fragen, warum er nicht geschnitten hat... Nee, war lustig, aber für ein romantisches Date ist das eher nix.


Essen
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Ich hatte eine Spaghetti Pomodoro und mein Mann hatte eine Pizza Rucula. Die Pizza ist sehr groß (kostet 11€), aber auch sehr lecker, schön dünn und mit lecker knusprigem Rand. Ein bisschen hätten wir wissen können, wie groß die Pizza wird, als mein Mann eine Papierunterlage bekam, sie ragte rundherum wirklich mindestens 3 cm über den Tellerrand hinaus.

Die Spaghetti waren geschmacklich auch sehr gut, auch wenn ich noch ein bisschen nachsalzen musste (aber es gilt wie immer, besser zu wenig als zu viel Salz). Der Preis für die Portion lag bei 7€.

Ein bisscchen merkwürdig war, dass meine Spaghetti 15 Minuten nach der Pizza meines Mannes kamen. Das war ein bisschen doof, da mein Mann aber eh eine kleinere Pizza erwartet hatte, hab ich von dort was abbekommen und musste nicht hungrig bleiben.


Service
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Der Service ist wirklich gut. Man wird gleich von einem freundlichen "Buon Giorno" begrüßt und trotz vollem Lokal lief alles ganz fix - auch die Getränke kamen schnell, man war sehr aufmerksam - ganz prima.

Das einzige, was ich ein bisschen ärgerlich fand, war die Sache dass mein Essen so arg zu spät kam. Das beruhte jedoch anscheinend auf einem Missverständnis in der Küche. Und das kann bei einem großen, gut gefüllten Lokal mal passieren.


Fazit
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Das L'Osteria ist vergleichbar mit dem Vapiano, der anderen großen Pizzakette in Wien. Hier jedoch muss man nicht an der Theke bestellen, sondern bekommt eine klassische Bedienung, was mir persönlich wesentlich lieber ist - bei gleichen Preisen (also Pi x Daumen) bekommt man so ein richtiges Restaurantfeeling.

Das Ambiente war insgesamt okay, allerdings nix für ein romantisches Date - und die beiden Damen, die sich 1 Stunde ohne Punkt und Komma über Krankheiten unterhalten haben, fand ich persönlich eher lustig.

Die Pizza war wirklich grandios - schön dünn, mit knusprigen, nicht zu dünnem und nicht zu dickem Rand und frischem Rucola. Sie war maximal ein bisschen zu fettig, aber das ist sicher Geschmackssache.

Auch die Spaghetti waren richtig gut, ganz frisch gemacht und al Dente, was in solchen Lokalen ja nicht selbstverständlich ist. Etwas unangenehm (und schließlich auch deutlicher  Grund für den Punktabzug) war der Zeitverzug. Wäre die Pizza kleiner gewesen, hätte ich meinem Mann hungrig beim Essen zusehen müssen - gemein...

In diesem Sinne

Eure Anke

PS: Sorry für die unscharfen Bilder, ich glaub ich brauch mal ein neues Smartphone...

Mittwoch, 23. März 2016

{Namibia - Kultur} Traveling in the Land of diamonds

Hallo Leute!

Wuaaaa, ich bin schon so aufgeregt - Mitte August geht es auf große Safari. Diesmal sind wir wieder mit der Schwiegermutter unterwegs (ich hab da echt ein sehr nettes Exemplar gefunden und viele Frauen glauben nicht, wie gut das funktionieren kann) und diesmal geht es in den tollen Süden Afrikas.

In Vorbereitung darauf habe ich mir wieder das eine oder andere Buch zugelegt... Quasi fürs Handgepäck. Doch auf dieses Buch war ich schon so gespannt, dass ich es schon vorher lesen musste...

Namibia fürs Handgepäck
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Daten
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Herausgeber: Hans-Ulrich Stauffer
Verlag: Unionsverlag
ISBN: 3293205534
Preis: 13,95€
Taschenbuch, 192 Seiten


Inhalt
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Namibia - ein Land mit einer sehr bewegten Geschichte zwischen Kolonie und Tradition - zwischen "Zivilisation" und Nomadentum, zwischen Deutsch-Südwest und Etosha Nationalpark.

Hans-Ulrich Stauffer hat in seinem kleinen Kulturkompass 18 Kurzgeschichten zusammengestellt (bzw. Abschnitte aus größeren Büchern), die alle einen ganz unterschiedlichen Blick auf die Geschichte Namibias werfen.

So begleitet man Carmen Rohrbach etwa auf eine Safari zu den wilden Tieren des Landes, Helmut Sydow erzählt seine Geschichte als Diamantenhändler und Georg Brunold erzählt von den deutschen Hinterlassenschaften in Namibia. Mit Giselher Hoffmann wird eine Geschichte eines Wüstenstammes auf der Suche nach Wasser in der Wüste Kalahari erzählt. Dag Heinrichsen begibt sich von Swakopmund aus auf eine traditionelle Herrensafari.

Die Geschichten stammen aus ganz unterschiedlichen Zeiten und erzählen ganz unterschiedliche Geschichten und Erfahrungen. Alle handeln von bestimmten Aspekten der namibischen Kultur und Geschichte.


Fazit
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Ich bin schon ganz fürchterlich gespannt auf die ganzen Tiere und die Umgebung, die mir von hier aus so fremd erscheint. Ich war bisher erst einmal in Afrika aber in Ägypten gab es keine Giraffen - ich meine, wie cool ist das denn...

Die "unentbehrliche Ergänzung zum klassischen Reiseführer" steht auf einem kleinen Aufkleber auf dem Titelbild - das halte ich für ein bisschen zu viel des Guten. Es liest sich recht amüsant und geht in der Tat noch einmal ein Stückchen weiter. In den sehr persönlichen Erzählungen bekommt man schon einmal einen kleinen Vorgeschmack auf das, was uns auf den rund 3000 km unseres kleinen Roundtrips erwarten könnte. Und ich muss sagen, meine Vorfreude wird immer größer. Unentbehrlich ist dieser "Kulturkompass" allerdings nicht - man wird sich dort auch so zurechtfinden.

Allerdings denke ich, dass es doch wichtig und interessant ist, gerade wenn man so wie wir das Land auf eigene Faust wirklich erkunden will, dass man sich vorher auch schonmal ordentlich auf das Land und seine Kultur vorbereitet.

Von mir gibt es klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Dienstag, 22. März 2016

{Frankreich - Deutschland - Buch} Eine Reise ins Elsaß

Hallo Leute!

Ich selbst verbinde mit der Hauptstadt des Elsaß ganz schön viel - zweimal war ich schon dort - einmal mit der Schule und einmal als Betreuerin einer Jugendfreizeit. Daher fand ich das Buch gleich besonders spannend...

Mußestunden in Straßburg und Umgebung
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Daten
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Autor: Stefan Woltersdorff
Verlag: Gmeiner
ISBN: 3839217830
Preis: 14,99€
Broschiert, 192 Seiten


Inhalt
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Stefan Woltersdorff ist zwar in Stadthagen geboren, lebte aber lange Jahre in Straßburg selbst und hat sich nun auf der anderen Rheinseite im deutschen Kehl niedergelassen.

Er stellt uns seine 66 Lieblingsplätze und anhand dessen seine bewegte Geschichte vor - hin- und hergerissen, mal französisch, mal deutsch - immer wieder wurden die Bewohner zum Spielball der Weltgeschichte.

Beginnend mit dem Straßburger Münster zieht er dabei immer weitere Kreise und stellt dabei nicht nur die klassischen Reiseführer-Ziele vor. Er geht weit darüber hinaus.

Allerdings geht Woltersdorff mit seinen Lieblingsorten weit über die Stadtgrenzen hinaus und behandelt dabei das gesamte Deutsch-Französische Grenzgebiet.

Neben den Lieblingsorten werden auch 11 spannende Stories erzählt. Dabei konzentriert sich der Autor auf die Rolle prominenter Besucher der Stadt, die mal längere Zeit und mal kürzer in Straßburg waren. Doch ob Goethe, Schweitzer oder Büchner - alle verbinden mit Straßburg Erlebnisse, die ihr Leben prägten.

Die einzelnen Geschichten nehmen jeweils eine Doppelseite ein und werden ergänzt durch tolle Fotos - Adressen und Internetseiten werden genauso ergänzt genauso wie mit den wichtigen Hinweisen zur jeweiligen Sehenswürdigkeiten.


Fazit
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Natürlich ist dieses Buch kein klassischer Reiseführer, der einen etwa zu den besten Restaurants einer Stadt führt. Es erzählt viel mehr die Geschichte und die Geschichten von Straßburg und Kehl anhand der zahlreichen mehr oder weniger bekannten Plätze der Stadt. In die Erklärungen werden dabei auch spannende Fakten mit eingebaut, die einfach im Kopf hängen bleiben.

Sehr angetan bin ich von den wunderschönen, großformatigen Bildern, die einen im Kopf gleich in die wunderschöne Europastadt katapultieren. Und gerade die sehr persönlichen Beschreibungen bauen in einem gleich ein Reisefeeling auf, ohne dort zu sein. Sie sind eben so ganz anders wie in den klassischen Reiseführern wie Marco Polo o.ä,

Es ist ein ganz wunderbares Buch und nimmt einen mit in die wunderschöne Region rund um Straßburg und in die EU-Metropole selbst.

Von mir gibt es sehr gute 4 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Montag, 21. März 2016

{Österreich - Klosterneuburg - Kloster} Ein Kloster für einen Hut



Hallo Leute!

In Österreich muss man das nächste Stift meist nicht lange suchen. Klosterneuburg liegt nur etwa 10 Minuten Zugfahrt mit der S-Bahn von Wien Heiligenstadt entfernt - und hier steht eines der bekanntesten Klöster in Österreich - schließlich gab der dortige Augustiner Chorherrenstift nicht nur dem Ort seinen Namen, sondern ist auch noch heute noch der Hüter der österreichischen Krone, dem Erzherzogshut. Der feiert in diesem Jahr sein 400jähriges Jubiläum.







Stift Klosterneuburg
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Lage
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Das Kloster thront über dem Stadtzentrum und ist vom Bahnhof Klosterneuburg - Kierling quasi nicht zu verfehlen. Gegenüber dem Landeskrankenhaus geht es einige Stufen nach oben und schon steht man vor der Neogotischen Stiftskirche mit daran anhängendem barocken Klostergebäude.


Verduner Altar

Öffnungszeiten, Eintrittspreise usw.
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Ab in den Keller
geöffnet täglich 10 bis 17 Uhr

24. Dezember bis 12.00 Uhr geöffnet.

25., 26. und 31. Dezember geschlossen.

1. Jänner ab 13.00 Uhr geöffnet.

Führungen in deutscher Sprache täglich, regelmäßig zwischen 10.00 und 16.30 Uhr. Wir bitten um Verständnis, dass aufgrund von Messfeierlichkeiten die Stiftskirche nicht immer zu besichtigen ist.

Der Eintrittspreis richtet sich nach dem gewählten Führungsangebot.

Man kann individuell die Schatzkammer besichtigen (mit Audioguide) 11€

Man kann täglich 11.00/12.15/16.15 Uhr die Sakrale Tour mitmachen, die einen durch den Kreuzgang und die Kirche führt (unter anderem zum Verduner Altar) 11€

Die Habsburgertour findet täglich um 13:30 Uhr statt und führt in die kaiserlichen Appartments und zum Erzherzogshut 11€

Die Weinkellertour findet täglich um 15 Uhr statt und führt in den 4 Stöckigen Weinkeller (das Stift ist der älteste Weinbaubetrieb Österreichs) 11€

Will man mehr als eine Tour mitmachen, lohnt sich das Stiftsticket für 17€.



Leopold der Stifter des Klosters
Geschichte
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Als Margraf Leopold III. seine Agnes am Leopoldsberg heiratete, erfasste ein Windstoß ihren Brautschleier und wehte ihn davon. Seiner totunglücklichen Braut versprach Leopold, den Schleier zu finden. Erst viel später fand er den Schleier tatsächlich, in einem Holunderbaum verfangen. Er war so dankbar, dass er an ebendieser Stelle ein Kloster stiftete, das heutige Stift Klosterneuburg.

Der Grundstein zur Stiftskirche wurde am 12. Juni 1114 gelegt, damit feierte das Stift vor 2 Jahren seinen 900 Geburtstag. Leopold begründete damals auch schon die Weinbautradition, indem er das Stift mit Weinbergen ausstattete, die teils noch heute betrieben werden.

Leopold wurde später heilig gesprochen und erklärte Klosterneuburg zu seinem Sitz.

Die 1616 gestiftete Krone, der Erzherzoghut, spielt eine weitere gewichtige Rolle. Die Habsburger ehrten damit ihre Verbindung zum Babenberger Leopold. Der Hut wurde in Klosterneuburg verwahrt und immer zu Krönungen mit einer aufwendigen Prozession nach Wien gebracht. Er ist noch heute dort im Stiftsmuseum zu sehen.



Im Kreuzgang
Unsere Tour
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Wir waren inzwischen schon zweimal im Stift Klosterneuburg. Beim ersten mal schauten wir uns die Schatzkammer an, beim zweiten mal nahmen wir an der sakralen Tour teil.

Die Schatzkammer ist mit einem aufwendigen Audioguide ausgestattet und zeigt den aufwendigen Schatz des Klosters mit unzähligen Reliquien und natürlich im Zentrum dem Erzherzogshut.

Die Sakrale Tour zeigt einen Überblick über die Kirchlichen Gebäude des Klosters. Der Herr, der uns führte, wies uns auch auf solch spannende Details hin wie dass weite Teile des barocken Traktes zur letzten barocken Baustelle Europas gehören, denn Maria Theresia hatte kein Interesse, den Bau ihres Vaters zu vollenden. Ich dachte erst, 11€ für 60 Minuten Führung sind ganz schön happig, am Ende war ich aber doch ganz angetan, denn vor allem kommt man in Teile des Klosters, die man individuell nicht besichtigen kann - etwa den berühmten Verduner Altar.

Klosterneuburg wird von Touristen immer ein bisschen links liegengelassen, weil viele den Weg dorthin scheuen (in Wien gibt es schließlich genug zu sehen). Das Kloster dort empfand ich aber als sehr spektakulär und wirklich spannend - vor allem aufgrund seiner Geschichte, die nun mehr fast 1000 Jahre überdauert hat.

Klosterneuburg ist ein bisschen wie Wiens kleine Schwester - und hat doch viel mehr zu bieten als man sich auf den ersten Blick denkt.

In diesem Sinne

Eure Anke

{Österreich - Wien - Fastfood} Mexican Fastfood

Hallo Leute!

Kein Wunder, dass McDonalds und Burger King inzwischen ziemlich zu kämpfen haben. Denn Fastfood Ketten schießen in Wien derzeit wie Pilze aus dem Boden - egal ob Burger (Burgerista, Le Burger etc.) oder gesund (Schillingers Swing Kitchen) - an jeder Ecke gibt es was neues zu probieren - so auch die Kette, die sich mexikanischem Fastfood verschrieben hat... Das musste natürlich probiert werden...

Nacho Libre
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Lage
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Nacho Libre hat 3 Filialen in Wien - eine bei der WU im 2. Bezirk, eine in der Lugner City im 15. Bezirk und eine im Donauplex im 22. Bezirk. Mein Test fand in der letzten Filiale statt - im Food Court des Donauplex bzw. Donauzentrums. Dort liegt es gegenüber von Le Burger direkt beim Übergang zum Donauzentrum.


Ambiente
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Das Ambiente wirkt sehr modern und für einen Fastfood Laden auch halbwegs sauber - die Tabletts werden regelmäßig entfernt. Ansonsten sind die Tische und Stühle sehr einfach - ohne Polster, einfache Kunststoffstühle - funktional und ganz zufriedenstellend.


Essen
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Das Essen bestellt man an der Theke. Es wird dort individuell zusammengestellt. Man kann sich entscheiden zwischen Nachos, Taccos, Burritos und Bowls, die es dann in verschiedenen Varianten gibt - also z.B. mit Chili con Carne, mit verschiedenen Fleischsorten und vegetarisch.

Ich habe mich für eine Bowl mit Chili con Carne für 7,90€ entschieden. Man bekam in einer Pappschale Reis mit Salsa, Salat und Bohnen, Guacamole und noch dazu ein paar Nachos. Man kann sich das Ganze (Konzept ähnlich wie bei Subways) individuell zusammenstellen - Sour Creme, Mais, Käse etc. Was ich ein bisschen schade fand - ich wurde nach Guacamole gefragt, habe aber erst auf der Rechnung erfahren, dass das 1€ zusätzlich kostet.

So wurde ich mal eben 11,10€ für ein schnelles Mittagessen (mit Cola) los. Was für mich noch erschwerend dazu kam - Reis und Chili waren kalt. Ob das von Beginn an so war oder ob das an den vielen kalten Zutaten lag, die dazukamen, konnte ich nicht mehr nachvollziehen. Geschmeckt hat es okay, sicherlich kein perfektes Mexikogericht.


Service
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Die beiden an der Theke waren sehr freundlich und es wurde auch aufmerksam immer wieder geputzt - also für ein Fastfoodlokal echt okay. Wir hatten unser Essen sehr schnell - also alles gut.


Fazit
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Nun sollte man sich schon fragen warum - wenn man Samstags mittags im größten Einkaufszentrum in Wien ein halbleeres Lokal vorfindet. Ich war von der mexikanischen Art des Fastfoods nicht wirklich begeistert.

Ein bisschen Wärme und ein paar mehr Nachos wären bei DEM Preis nun wirklich angebracht und wenn man 11€ verlangt, kann man auch Teller und echtes Besteck rausgeben und das ganze als Restaurant bezeichnen.

Es gibt im DZ Foodcourt so viele wesentlich bessere Alternativen, dass ich mehr als 3 Sterne kaum übers Herz bringen kann.

In diesem Sinne

Eure Anke

Sonntag, 20. März 2016

{Österreich - Wien - Bar} Iiiih, da schwimmt was in meinem Glas...

Hallo Leute!

Immer mal wieder einen guten Cocktail - das kann man sich schon genehmigen, gerade wenn man in einer Stadt mit sovielen tollen Cocktailbars lebt. Eine davon, die leider viel zu weit weg von meiner Wohnung ist, stelle ich euch heute vor..

The Sign
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Lage
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Die Cocktailbar ist in der Liechtensteinstraße 104-106 unweit der Endstation der Straßenbahnlinie 33 und der U6 Station Nussdorfer Straße im 9. Wiener Gemeindebezirk.


Öffnungszeiten
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Die Bar ist täglich ab 18 Uhr geöffnet (ohne Ruhetag).


Zur Bar
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Schon beim reinkommen versprüht die Bar trotz ihrer rund 150 Sitzplätze einen sehr modernen aber gemütlichen Chic - und hier steht der Chef Kan Zuo noch persönlich hinter der wahnsinnig großen Theke und mixt was das Zeug hält. Und dabei ist er mehrfach ausgezeichnet - wiederholt hat etwa das Falstaff Magazin die Bar als "Beste Bar Österreichs" ausgezeichnet.

Die Getränkekarte ist ein halbes Buch - kennt man ja von Cocktailbars - aber die üblichen Caipirinha nimmt hier kaum jemand, stehen schließlich so kreative Kreationen wie der Fish-a-Tonic (wer Nemo immernoch sucht, sollte diesen Drink bestellen) oder einen super leckeren Drink mit Avocado und Tequilla. Außergewöhnlich ist meist auch das Glas - so wird zum Beispiel der "Suck my titties" Mojito in der Nuckelflasche serviert - muss man mögen, ich fands ganz lustig.

Diese Kreationen haben allerdings auch ihren Preis - ab 12€ muss man schon für einen Cocktail rechnen. Zu Essen werden nur kleinere Snacks angeboten - reicht aber absolut, ist ja kein Restaurant.

                                              

Service
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Der Service ist super aufmerksam und man hat auch bei vollem Laden seinen Cocktail wirklich schnell auf dem Tisch - und dabei wirkte die Dame, die uns bediente super entspannt und freundlich - perfekt für einen gemütlichen Abend.

Auch den Mixern (sind natürlich bei voller Bude mehr als nur Kan) kann man zusehen und spürt, dass sie Spaß bei der Arbeit haben.


Fazit
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Genug von der immer gleichen Cocktailkarte? Auf Besuch in Wien? Da lohnt sich der Weg in den 9. Bezirk wirklich - genial kreative Kreationen, die - so war der Tenor - nicht nur gut aussehen sondern auch wirklich lecker schmecken.

Allerdings muss man sich als Besucher ein bisschen auf das Konzept einlassen - wie gesagt, ein Cocktail in der Nuckelflasche oder mit einem Kunststofffisch drin ist sicherlich nicht jedermanns Sache, genausowenig wie Tequilla mit Avocado - man muss halt einfach probieren.

Aber genau das hebt den Laden von so vielen Cocktailbars in Wien ab und genau das macht den Laden so erfolgreich...

Leider ist er auf der anderen Seite der Stadt, sonst würde ich sicherlich häufiger vorbeischauen - denn es gibt noch so viele Kreationen zu probieren.

In diesem Sinne

Eure Anke

Freitag, 18. März 2016

{Österreich - Wien - Nostalgie} Ein Paradies für Cineasten

Sieht aus wie ein US-Filmkino
Hallo Leute!

In Wien gibt es so viele tolle Kinos, dass man mit dem Testen kaum nachkommt. Und das beste ist, dass es nicht ausschließlich große Ketten sind, die den Markt bestimmen, sondern es gibt auch viele kleine, unabhängige Kinos - so zum Beispiel das Filmkasino im 5. Bezirk.



Filmcasino
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Lage
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Das Filmcasino liegt direkt an der Margaretenstraße, zu Fuss etwa 7 Minuten von der U4 Station Pilgramgasse entfernt.


Ambiente und Geschichte
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Schon rein äußerlich lockt das Kino mit den bunten Lichtern, die mich irgendwie gleich an ein Kino erinnern, wie sie in alten US-Filmen vorkommen. Auch der Kassenbereich mit der Holztäfelung und den vielen Filmplakaten fühlt sich für mich an wie eine kleine Zeitreise.

Das Kino besteht an der Stelle schon seit 1911 und wurde als "Kostengünstiges Kino" vor allem für die Dienstmädchen und kleinen Angestellten geplant. Seinen heutigen Zustand erhielt es größtenteils zu Zeiten des Wiederaufbaus. Allerdings musste es in den 70er Jahren zur Zeiten der großen Kinokrise schließen und fiel in einen beinahe 20 Jahre andauernden Dornröschenschlaf. 1989 konnte es wieder eröffnen als Teil der Volkshochschule Margareten, die dort ein "alternatives Filmprogramm" anbot.

Im hinteren Bereich gibt es eine kleine Bar mit zahlreichen Polstern und Stühlen und dem üblichen Snackstand. Leider wird hier das Popcorn nicht selbstgemacht sondern abgepackt verkauft aber - riesiger Pluspunkt - anstatt der üblichen Coca Cola gibt es Afri Cola.



Filmangebot und Saal
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Es gibt in dem Kino nur einen Saal, in dem hauptsächlich die OmU-Versionen unterschiedlicher Filme gezeigt werden. Das spannende dabei ist, dass es sich nicht nur um die aufwändigen Hollywood-Produktionen handelt, in der Vorschau gab es etwa einen französischen und einen dänischen Film. Wir sahen den Film "Raum" bzw. "Room" mit Brie Larson in der Hauptrolle, die dafür einen Oscar bekam.  Das Ticket (Donnerstag Abend) kostete 8€.

Die Zeitreise durch das Foyer endet nicht an der gepolsterten Tür zum Kinosaal. Auch der Saal an sich ist holzgetäfelt und versprüht einen gewissen Charme. Leider hat es bei unserem Besuch etwas unangenehm gerochen - als hätte man im hinteren Bereich eine Knoblauchfarm (nein, es war nicht mein Nachbar). Mit den modernen Blockbusterkinos hat das nicht allzu viel gemeinsam.



Leider Gottes waren auch die Sitze nicht sonderlich modern - sprich ungemütlich. So etwas wie Abstellmöglichkeiten gab es keine, man saß auch relativ eng, was für mich okay war (ich kannte meine Nachbarn) aber bei Unbekannten wäre mir das eher unangenehm gewesen.


Fazit
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Sehr charmant kommt das kleine Kino im 5. Wiener Gemeindebezirk daher. Man begibt sich auf dem Weg zum Film auf eine kleine Zeitreise und bekommt sofort den Eindruck, in den 50er Jahren in den USA angekommen zu sein.

Spannend finde ich vor allem das Filmangebot - wo bekommt man schonmal einen Film auf Dänisch (mit Untertitel natürlich). Es ist halt anders wie im Cineplex wo nur Hollywoodblockbuster laufen.

Auch der Saal an sich ist anders - man hat eine gute Sicht und eine große Leinwand und Nostalgiefeeling pur - leider hats etwas unangenehm gerochen und sonderlich bequem war es auch nicht - aber wer bequem will, kann schließlich auch auf dem Sofa bleiben.

Ich fand das Filmcasino insgesamt wirklich spannend und ich werde sicherlich demnächst nochmal vorbeischauen - Dany Boons "Lolo" auf Französisch anschauen, vielleicht kann ich da noch was lernen...

In diesem Sinne

Eure Anke

Montag, 14. März 2016

{Österreich - Ötscher - Wandern} Endlich wieder Saisonbeginn

Hallo Leute!

Im Grunde mag ich den Winter ja. Aber jetzt wird es endlich wieder Frühjahr und die Tage werden länger - darum ist es endlich wieder Zeit, raus aus Wien zu fahren und die Natur zu erkunden... Der Ötscher ist mit dem Auto für einen Tagesausflug jederzeit bereit...


Ötscher - Mariazell
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Daten
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Autor: Franz Hauleitner
Verlag: Rother Wanderführer
ISBN: 3763340262
Preis: 14,90€
Taschenbuch, 208 Seiten


Inhalt
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Das Buch beinhaltet in seiner neuesten Auflage 66 Touren aller Schwierigkeiten - vom kleinen Spaziergang bis zum strammen Tagesmarsch. Geordnet sind die Touren in die Kategorien blau (leicht), rot (mittel) und schwarz (schwer) - übrigens auch in Absteigender Häufigkeit. Die Touren in diesem Buch sind mit Wegzeiten zwischen 2 Stunden und 2 Tagen angegeben (wobei es nur eine Mehrtagestour gibt). Dabei ist bei rot schon etwas Trittsicherheit und Schwindelfreiheit nötig. Das machen wir eher selten, denn uns geht es hauptsächlich um die Natur und weniger darum, uns völlig zu verausgaben.

Eine Besonderheit aller neueren Rother Wanderführer ist, dass man sich die Wegpunkte als GPS-Datei herunterladen kann. Mit der entsprechenden App braucht man dann das Kartenmaterial gar nicht mehr, sondern man kann sich vom Smartphone navigieren lassen. Wir haben die Daten immer für den Notfall dabei und verlassen uns dann doch lieber auf das Papier (ein bisschen konservativ darf man als Wanderer ja wohl sein...).

Nach einer ausführlichen Einleitung über die Benutzung des Buches, über die Region usw. bekommt man zunächst einen guten Einblick, auf was man sich so einlässt. Dazu kommen netterweise auch zahlreiche Adressen und Telefonnummern, etwa vom Alpenverein, aber auch von diversen Berghütten, Restaurants usw. Auch das Thema Klima wird hier kurz umrissen.

Dann erfolgt die Beschreibung der Routen, die nach den Abschnitten der Region und dann in sich nach Schwierigkeit geordnet sind. Jede Route wird mit einem kurzen Überblick eingeleitet. Anschließend gibt es Daten zum Ausgangs- und Endpunkt, Varianten und EInkehrmöglichkeiten. Leider ist die Region durch die ÖBB nicht besonders gut erschlossen, weshalb viele Routen nicht an den ÖPNV angeschlossen sind - das ist in anderen Regionen (Schneeberg, Weinviertel usw.) wesentlich besser.

Danach erfolgt eine Bebilderte Beschreibung der Route, wobei die Qualität der Beschilderung sich auch stark von Route zu Route unterscheidet.

Zu jeder Route gibt es ein Höhenprofil mit Gehzeiten und Kilometerangaben. Anhand dessen können auch Anfänger relativ gut einschätzen, was sie sich zumuten. Dazu kommt eine kleine Karte, die die Route zeigt - eine zusätzliche Wanderkarte und/oder der Download der GPS Punkte sind aber klar empfohlen. Die Karte zeigt zwar alles, aber eben auch extrem klein.



Fazit
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Wir haben uns am vergangenen Wochenende entschieden, anstatt einer langen Tour gleich zwei blaue Touren rund um Mariazell zu machen. Alle 66 Touren wird wohl kaum einer machen, es sei denn, er lebt in der Gegend - von Wien aus gibt es so viele andere spannende Wandergebiete, dass wir am Ende von den 66 Touren vielleicht 6-7 schaffen werden.

Und natürlich war dieser schöne, kompakte Wanderführer wieder mit dabei - die GPS-Daten waren in die entsprechende App auf das Smartphone geladen - konnte nix passieren.

Wir waren mit beiden Routen doch recht zufrieden - schöne Spaziergänge, bei denen wir jeweils wieder zum Auto zurückkamen - leider hat das ja wie schon gesagt diesmal mit den Öffentlichen eher suboptimal geklappt, weil die Region nicht so gut erschlossen ist wie andere Gebiete in Niederösterreich.


Die Routenvorschläge bieten eine sehr gute Rother Qualität - natürlich kann sich da relativ schnell auch mal was ändern, die Route ungenau werden - aber das ist ja gerade das, was das Wandern ausmacht...Bei unseren Routen hats geklappt und wir werden mit dem "Rother Ötscher" sicher bald wieder losziehen.

In diesem Sinne

Eure Anke



{Russland - Sankt Petersburg} Eine Winterreise


Hallo Leute!

Außergewöhnliches ist genau das, was uns am Reisen reizt... In eine Bettenburg auf Malle - nix für uns. Deshalb entschieden wir uns auch diesmal, nicht im Sommer, zu den Weißen Nächten, nach Russland zu fliegen, sondern in der kalten - nein besser SEHR KALTEN - Jahreszeit...

Sankt Petersburg
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Anflug
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Nach St. Petersburg kamen wir mir dem Flieger. Für den Flug von Wien und den Rückflug über Moskau mit Aeroflot zahlten wir 280€ - das ist ein relativ stolzer Preis, aber es hat sich gelohnt.

Vom Airport Pulkovo, der etwa 15 km außerhalb der Stadt liegt, fuhren wir mit dem Kleinus für 80 Rubel pro Person. Der Bus bringt einen zur Metrostation Moskowskaja und von dort hat man überallhin einen guten Anschluss. Für ein paar Rubel kann man sich dann am Automaten eine Magnetkarte für die U-Bahn kaufen (aber Achtung, größeres Gepäck kostet extra). Die kann man aufladen und sie wird jedesmal eingelesen, wenn man die Metro betritt.

Auf der Rückfahrt haben wir mit 660 Rubel etwas mehr Geld investiert und ein Taxi genommen. 8,80€ ist dafür sicherlich sehr wenig, der Komfort aber ist großartig.

Eis auf der Newa


Hotel
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Untergebracht waren wir im kleinen Hostel Port Na Newskom, direkt am Newsky Prospekt. Von dort aus konnte man vieles, etwa die Eremitage gut zu Fuss erreichen, die nächste U-Bahn ist rund 2 Minuten vom Hostel entfernt. Wir waren hier sehr zufrieden.


Highlights
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Für uns war grob gesagt die ganze Stadt ein einziges Highlight. Da haben die bis zu -26°C auch gar nicht mehr allzu viel ausgemacht.

Gigantisch ist natürlich die Sammlung der Eremitage, für die man schon einen ganzen Tag einplanen sollte, wenn man Kunstinteressiert ist und die Zeit dazu hat, sogar tendentiell eher mehr. Schon die Fassade ist gigantisch. Der dazugehörige Schlossplatz zeigt schon einen guten Eindruck, was einen in diesen Häusern erwarten wird.

Ein weiteres absolutes Highlight war für mich die Haseninsel mit der Peter-und-Paul-Festung und den Zarengräbern. Von hier kommt man auch an den Newa-Strand und hat einen tollen Blick auf den Fluss und die Eremitage - als wir dort waren, konnte man sogar fast hinlaufen...

Großartig fand ich auch die Erlöserkirche, die stark an die Kathedrale in Moskau erinnert und innen mit einem 7000 qm großen Mosaik beeindruckt.


Essen
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Die Möglichkeiten entlang der Newsky Prospekt sind schier unerschöpflich. Hier findet man die klassischen Ketten, die man aus Europa kennt (burgerking, Coffeeshop Company, Subways, McDonalds), genauso wie russische Ketten (marketplace) in denen man gut und schnell essen kann.

Vernünftige, gemütliche russische Restaurants gibt es vor allem in der Nähe der Isaakskathedrale. Besonders gefallen hat es mir im Dekabrist, einem kleinen Burgerladen 100m von der Kathedrale entfernt.


Fazit
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St. Petersburg ist im Winter nicht so voll wie im Sommer zu den Weißen Nächten. Aber ich fand es großartig - bei so vielen Sehenswürdigkeiten hat man die -20°C meistens gar nicht gespürt. Ganz im Gegenteil - wenn Russland, dann muss es wenigstens kalt sein und schneien - und der Wunsch wurde mir erfüllt.

Ich fand St. Petersburg vor allem spannend, weil es als doch verhältnismäßig junge Stadt doch schon so eine spannende und wechselvolle Geschichte hinter sich hat. Und deren Spuren findet man überall - sei es die Kirche, die an der Stelle eines Zarenattentats errichtet wurde oder sei es das Denkmal für die russische Revolution oder der Atheistenfriedhof im Klosterhof vom Newsky-Kloster. Diese Gegensätze findet man hier überall.

Auch wenn die Menschen (auch die im Tourismus) nicht alle Englisch können, haben wir uns überall willkommen gefühlt und man bekam sofort überall Hilfe. Auch sicher habe ich mich jederzeit (auch an Silvester zwischen 200000 betrunkenen Russen) gefühlt.

St. Petersburg ist schick und wir haben in unseren 5 Tagen dort sicherlich bei weitem noch nicht alles entdecken können. Wer weiß, vielleicht kommen wir ja mal wieder. Es gibt so viele wunderschöne Ecken hier. Und vielleicht kommen wir nächstes mal im Sommer - wenn die Parks und Gärten blühen.

Von mir gibt es für diese wundervolle Stadt klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

{Ägypten} Zu viele Guides für zu wenig Touristen

Luxor Tempel
Hallo Leute!

Zugegeben, die Entscheidung im vergangenen Oktober auf Hochzeitsreise nach Ägypten zu fliegen, wurde mir abgenommen - wir bekamen die Reise von den Schwiegereltern zur Hochzeit. Ich hätte mich da sicherlich anders entschieden, aber die Erfahrung war es trotzdem wert - auch wenn 2 Wochen vorher ein paar Mexikaner in der Wüste für Terroristen gehalten und vom Militär erschossen wurden und 3 Wochen später ist ja dann die russische Passagiermaschine über dem Sinai abgestürzt.

Unsere Reise nach Ägypten
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Visum
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Das Visum kostete 25 Dollar und man bekam es direkt bei der Passkontrolle. Davor waren kleine Wechselschalter, an denen man sich die Marke kaufen musste. Die klebte dann der Passbeamte ein und schon konnte die Reise losgehen.
Sphinx mit Pyramide


Kairo (3 Tage)
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Die ersten drei Tage verbrachten wir in der Hauptstadt, direkt im Zentrum der Altstadt - wirklich grauselig schmutzig war es dort und schnell lernten wir dort, wie die ägyptische Gesellschaft funktioniert. Auf dem Flur saß eine ältere Dame, die offensichtlich für das Nichtputzen unserer Zimmer zuständig war und sich beim Bettenmachen scheinbar geschnitten hatte, denn mein Bettzeug war voller Blutflecken. Wenn wir morgens die Tür aufmachten, wir waren anscheinend die einzigen auf dem Gang, kam sie schon angerast "Good Morning", rannte zum Aufzug und nahm ihr Bein erst aus der Aufzugtür, wenn wir ihr Bakkschisch gegeben haben.

Kairo, das muss ich ehrlich sagen, fand ich wirklich grauenhaft. Am ersten Tag wurden wir von einem Guide begleitet, den uns die Reiseagentur schickte. Wir fuhren zu den Pyramiden von Sakkara und Gizeh. Zwischendurch hielten wir ständig bei irgendwelchen Shops - naiv wie wir waren, dachten wir noch, das wäre aus Freundlichkeit und kauften auch was und akzeptierten sogar den (viel zu hohen) Preis, der aufgedruckt war - schließlich sind wir ja Europäer. Später erfuhren wir dann vom Taxifahrer in Luxor, dass das Gang und Gäbe ist und dass die Guides dafür dann eine ordentliche Provision einfahren, wenn wir was kauften.

Das nächste, was uns auffiel - selbst bei den wohl beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Ägypten, den Pyramiden von Gizeh, eine gähnende Leere - sogar in der hinterletzten rumänischen Kirchenburg waren mehr Touristen. Das ist ein Phänomen, das uns auf der gesamten Reise begleiten sollte. Und wenn man sich als argloser Tourist ohne Guide einer Sehenswürdigkeit nähert, hat man gleich mindestens drei nubisch gekleidete Männer an der Hacke, die einem irgendwas erzählen wollen, ohne dass man annähernd sprachliche Ähnlichkeiten findet.

Am nächsten Tag war ich entsetzt - vom ägyptischen Museum in Kairo. Meine Güte, wenn bei uns ein Museum solche Schätze in seiner Sammlung hat - etwa den gesamten Grabschatz des Tutanchamun - kann man da doch wenigstens mal saubermachen. Klimatisierung verlange ich ja gar nicht, aber wenn die Glasvitrinen so verschmiert sind wie die Fenster, wenn der Welpe meiner Eltern rauswill, dann ist das schon ein Zeichen dafür, dass man in diesem Land echte Schwierigkeiten hat.

Übers Ohr hauen lassen die Zweite erfolgte dann bei der Ibn-Tolun Moschee. Schon das Hinkommen war ein echtes Abenteuer, denn der Taxifahrer musste 10x halten um irgendwen nach dem Weg zu fragen. Trotzdem bekamen wir einen fairen Preis und als wir aus dem Taxi stiegen, hatten wir gleich den nächsten Guide an der Backe, der uns die Moschee zeigen wollte. Wir wurden vor eine Statue mit einer verschlossenen Holzkiste davor geführt. 100 Ägyptische Pfund pro Person - aber nix für Guide, alles für die Waisenkinder. Lange Rede kurzer Sinn - am Ende durften wir kurz auf das Minarett steigen, von der Moschee haben wir sonst aber leider nicht allzu viel gesehen.

Am nächsten Tag ging es aber dann zum Glück weiter - mit dem Flieger immer am Nil entlang in den Süden - nach Assuan.


Assuan (3 Tage)
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Im Vergleich zu Kairo ist Assuan eine sehr entspannte Stadt - gut, auch hier gibt es wenige Touristen. Das ist eher ungünstig für uns, weil trotz der wenigen Touristen natürlich immernoch genauso viele Fellukken-Kapitäne vor den Hotels und Kreuzfahrtschiffen herumlungern und auf Arbeit warten.

So kamen wir aus dem Hotel und hatten gleich Freundschaft geschlossen mit Captain Mohammed Ali - der Name war schon so amüsant. Naiv antworteten wir auf das "Where are you from?" noch "Germany" - woraufhin wir erfuhren, dass Mohammed Ali einen Freund in Würzburg hat und natürlich super Deutsch kann. Das kam noch häufiger auf uns zu - sie sehen dann die Chance, einem irgendwas aufzuschwatzen. Ich habe irgendwann damit begonnen "Norway" zu sagen und man war immer irritiert, da man "Nowhere" verstand - Punkt für mich, weniger Verhandlungspotential für die Ägypter.

Nun machten wir uns mit Mohammed gleich auf den Weg zu seinem Boot - und ich muss sagen, der Preis von 50 Ägyptischen Pfund kam uns für eine Stunde Cruise im Segelschiff wirklich fair vor. Aber wie der Nubier so ist, hatte er noch ein Ass im Ärmel - sein Bruder Osama (irgendwie hießen alle Nubier Mohammed, Ali oder Osama) bot uns gleich noch an, uns am Folgetag für 100 Pfund den ganzen Tag (also genau genommen von 7 bis 15 Uhr) mit dem Taxi zu den außerhalb liegenden Sehenswürdigkeiten zu bringen. Nun das war nun wirklich ein fairer Preis (am Ende gabs ein wesentlich fetteres Trinkgeld als wir es prozentual sonst gegeben hätten). Wir lernten dabei übrigens, man sollte auf gar keinen Fall das Taxi im Hotel bestellen - der Rezeptionist bekommt nämlich dafür eine fette Provision.

Felukka

 Er brachte uns zum großen Staudamm, zur Insel Philae und zum unvollendeten Obelisken - Philae der Höhepunkt, Obelisk der Tiefpunkt - aber ein sehr lohnenswerter Trip und auch lohnenswert, das ohne Guide nur mit einem Taxifahrer zu machen, weil man sich die Zeit so wesentlich freier einteilen kann und man wird nicht in merkwürdige Abzockshops geschliffen.

Am Nachmittag buchten wir uns wieder ein Boot, diesmal aber eins mit Motor, das uns zuerst zur Insel Elephantine und den dortigen Ruinen und dann auf eine Tour in den Ersten Katarakt brachte - hier sieht man dann das echte nubische Leben - zwischen den Grasinseln grasen Kühe, waschen Frauen Kleider und spielen Kinder - am Horizont eine Kamelkarawane im Sand - so wie man sich Ägypten vorstellt.

Den nächsten Tag verbrachten wir wieder auf einer Felukke, diesmal führte uns der Weg ans andere Nilufer - zuerst zu den Gräbern der Adeligen am Qubbet el-Hawa und hinüber zum Simeon-Kloster. Am Qubbet muss man dann wieder einen Guide zahlen dafür, dass er die Gräber aufschließt. Der war dann beleidigt, weil wir ihm zu wenig Trinkgeld gegeben haben - das war unangenehm aber ich denke, hauptsächlich lag es daran, dass wir nicht mit dem Kamel zum Kloster reiten wollten. Das Kloster erreicht man nach einer kleinen Felukkenfahrt und einer Wanderung (dringend Wasser mitnehmen). Die Klosterruine lohnt sich - eindrucksvoll gelegen!

Den Nachmittag verbrachten wir dann zur Alternative mal ganz gemütlich am Pool - am nächsten Morgen sollte es nämlich mit dem Kreuzfahrtschiff weiter nach Luxor gehen - ist bei der Hitze aber auch manchmal nötig.

Kreuzfahrten sind interessant - man fühlt sich mit 30 eigentlich ein bisschen zu jung dafür. Und entlang des Nils (vor allem in Luxor) sieht man sie zu Hunderten in bis zu 5er Reihen nebeneinanderliegen - vor sich hin rostend, denn wirklich aktiv sind maximal 10%. Das zeigt sicherlich, dass die Schiffe vor 10 oder 15 Jahren wirklich mal voll waren.


Unterwegs (1 Tag)
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Einen Tag waren wir auf unserem Luxusschiff unterwegs. 2 Stopps sollten eingelegt werden - morgens um 7 wurden wir von unserem Guide in Kom Ombo, später gegen 15 Uhr legten wir dann in Edfu an. Vor allem Edfu war nix für Tierschützer, denn man wird am Schiff von bunten Kutschen mit abgemagerten Pferden erwartet, die einen 5 Minuten quer durch die Stadt bringen - zwischendurch wird man dann von Leuten angesprochen, die den Europäern Alkohol verkaufen wollen und auf der Rückfahrt hatten wir dann eine ganze Schar Kinder, die sich hinten dranhängen und Betteln - unser Guide riet uns davon ab, den Kids was zu geben, denn es ist für sie mehr oder weniger ein Sport, bei den Touristen zu betteln.


Luxor (1 Tag)
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Wenn ich hätte wählen dürfen, wäre ich noch 1-2 Tage länger geblieben, aber man kann in Luxor auch an einem Tag einiges reißen - wenn man denn einen guten Taxifahrer hat. Und wie durch ein Wunder fanden wir den auch. Als wir um halb 6 das Boot verließen, stand nur einer da - Verhandlungsposition eher schwierig. Aber für 400 Pfund brachte er uns nach Theben West und nach Karnack und schließlich auch in die Stadt.

Und auch hier gilt zu viele Guides - schon morgens am Nofretete Tempel hatten wir gleich 4, die uns förmlich verfolgten. Und bei den Gräbern der Noblen hatten wir dann einen Guide, der uns zu den 9 Gräbern brachte und für jedes Grab nochmal ein Unterguide, der einen hineinbringt und darauf aufpasst, dass man nicht fotografiert (was gegen Trinkgeld natürlich möglich ist und sogar eingefordert wird).

Luxor ist abends leer. Wir verbrachten die letzte Nacht nicht auf einem Kreuzfahrtschiff, sondern im Hotel direkt neben dem eindrucksvoll beleuchteten Luxor-Tempel. In den Restaurants wurde dann gleich auch noch sehnsüchtigst gefragt, ob denn noch mehr Leute in unserem Hotel sind...


Fazit
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Ägypten als Tourist ist schon irgendwie speziell - vor allem weil sich seit der Revolution 2011 sich kaum noch Touristen dorthin verirren, infrastrukturtechnisch aber immernoch genauso viel aufgeboten wird - man kann zwischen an den meisten Orten zwischen 50 Booten und 100 Kutschen wählen, die Pferde sind natürlich halb verhungert. Und egal wo man einen Bürgersteig betritt, hat man gleich 5 Guides, 5 Bootsführer und 10 Kutscher um einen herum, obwohl man eigentlich beim benachbarten Kiosk nur eine Flasche Wasser kaufen will. Wir haben sicherlich auch noch nie in einem Urlaub so viele Souvenirs gekauft.

Die Sicherheitslage ist schon irgendwie merkwürdig - an jeder Kreuzung und bei jeder Sehenswürdigkeit sitzt mindestens ein Guard mit dem Maschinengewehr - häufig sieht man auch Radpanzer und vor jeder Polizeistation steht ein schutzsicheres Schild. Angespannt war ich nur einmal an der Ticketstation Theben West. Mein Mann stieg aus dem Taxi aus um Tickets zu kaufen und auf einmal rannten die Guards Richtung Kreuzung und brachten sich in Stellung - der Taxifahrer sagte zu mir, ich sollte den Kopf runtertun, er fuhr direkt zur Station und ließ meinen Mann schnell einsteigen. Am Ende war allerdings nix los, der Fahrer meinte, es wäre wohl nur eine kleine Übung gewesen - trotzdem gruselig. Interessant ist auch, dass man zum Nofretetetempel nur mit spezieller Genehmigung hinfahren darf. Unser Taxi ließ uns etwa 400m vorm Eingang raus (dort war ja der große Anschlag 1997).

Nun, ich bin mit gemischten Gefühlen nach Ägypten gefahren und mit gemischten Gefühlen wiedergekommen. Sehenswert ist das ganze Land - allerdings auch ziemlich dreckig (unter anderem ein verwestes Pferd im Kanal). Zu viele Guides lassen darauf schließen, dass es dort mal bessere Zeiten gab, in denen mehr Touristen kamen. Und wenn Soldaten mit Maschinengewehr zum normalen Stadtbild gehören, ist einem Europäer nun mal mulmig im Bauch. Es war sehr interessant, die Stätten der alten Ägypter mal anzuschauen - wiederkommen werde ich allerdings erst, wenn sich das Ganze dort ein bisschen beruhigt hat - also nie fürchte ich...

In diesem Sinne

Eure Anke

Mittwoch, 9. März 2016

{Rom - Italien - Inspiration} Ich freu mich schon auf Bella Roma

Hallo Leute!

Rom ist für mich eine der schönsten und quirligsten Städte der Welt. Leider ist mein letzter Besuch nun schon 13 Jahre zurück - nach dem Abitur mit dem Rucksack. Und jetzt, im Mai ist es endlich wieder so weit. Nachdem 2010 unser Trip wegen Schnees ausfallen musste (Flughafen Frankfurt wurde komplett gesperrt), haben wir diesmal unseren Trip für Mai geplant...

Und weil man sich auch das eine oder andere neue anschauen möchte, habe ich mir schon einige - mehr oder weniger klassische - Reisebücher zugelegt...

111 Orte in Rom, die man gesehen haben muss
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Daten
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Autorin: Annett Klingner
Verlag: Emons
ISBN: 978-3-95451-219-5
Preis: 14,95€
Broschiert, 240 Seiten


Inhalt
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111 Orte in Rom entführt einen schon von zu Hause zu den tollsten mehr oder weniger bekannten Plätzen in Rom - egal ob Plätze oder Eisdielen, egal ob Kirchen oder Museen.

Jeder dieser 111 Orte innerhalb der römischen Stadtgrenzen wird ausführlich auf einer Doppelseite vorgestellt - ein ausführlicher Text sowie ein großformatiges Bild. Dazu gehören auch die wichtigsten Daten, also wie man hinkommt, Adresse, Öffnungszeiten und auch wie man hineinkommt, wo man sich etwa für Führungen anmeldet usw.

Die Beschreibungen sind dabei wesentlich ausführlicher und auch lehrreicher als die aus so manchem Reiseführer. Wer hätte beispielsweise gedacht, dass 110000 Muslime in Rom leben (Stand wohl 2015). Solche kleinen, informativen Fakten machen nicht nur schlau, sondern die Texte lesen sich auch dazu sehr angenehm.

Zu den bekannten Orten - etwa die Nekropole des Petersdoms oder den Pasetto (den spätestens seit Illuminati jedes Kind kennt) gesellen sich auch eher unbekannte Schätzchen, die einen Romtrip bereichern - etwa Klein-London.


Fazit
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Das Buch ist Teil der 111 Orte Reihe aus dem Emons Verlag, die ich bei meinen Reisen schon sehr zu schätzen gelernt habe.

Gerade Rom ist eine Stadt, die doch sehr von ihrem Tourismus lebt. Daher gibt es nichts besseres als Orte, die vielleicht ein bisschen weniger bekannt sind und nicht ihren Einzug in jeden der zahllosen Reiseführer gefunden haben.

Die Beschreibungen sind weniger kondensiert geschrieben als in einem klassischen Reiseführer. Dadurch sind sie wesentlich eingängiger und bleiben zumindest bei mir leichter im Kopf.

Das Buch bietet spannende Einblicke, die auf jeden Fall in unsere Reise mit einfließen werden. Allerdings muss man sich unter dem Buch keinen klassischen Reiseführer erwarten - mit Landkarte und anderen Reisetipps. Man muss ihn viel mehr als 111 Anregungen für eine wirklich spannende Reise ansehen.

Ich freue mich drauf, das alles bald auch live zu sehen...

Von mir bekommt das Buch daher klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Montag, 7. März 2016

{Österreich - Wien - Fast Food} Schnell und Vegan

Hallo Leute!

Mc Donalds und Burger King schreiben immer rotere Zahlen. Das liegt wohl auch daran, dass es immer mehr Alternativen gibt - gesunder, gemütlicher und nur unwesentlich teurer. Eine besonders interessante Alternative in Wien ist Vegan...

Schillinger's Swing Kitchen
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Lage
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Das Schillinger's gibt es in Wien inzwischen gleich zweimal.

Die Hauptfiliale ist in der Schottenfeldgasse im 7. Bezirk. Wir haben die Filiale in der Operngasse unweit des Karlsplatzes und des Naschmarkts im 4. Bezirk besucht.

Geöffnet ist von 11 bis 22 Uhr - jeden Tag (auch Feiertags).


Ambiente
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Man bestellt eigentlich wie bei McDonalds an einer Theke. Dort bekommt man eine Nummer, die aufgerufen wird, wenn der Burger dann fertig ist. Das hat allerdings keine 10 Minuten gedauert - während der Burger frisch zubereitet wurde.

Das Ambiente ist einfach, besonders gemütlich würde ich es nicht nennen. Am Fenster gibt es rundherum eine Theke mit Hochsesseln (ohne Polster) genauso wie im hinteren Bereich, wo es einen hohen Tisch gibt, an den etwa 12 Personen passen - meist muss man sich ihn teilen.

Die Deko ist auch recht einfach, in der Mitte des Tisches steht ein kleines Kräutergesteck, sowie Pfeffer und Salz. Einfach aber gut.


Essen
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Das Essen ist vom Konzept her auf völlig veganes Essen ausgerichtet - auch die Verpackungen (inklusive der Plastikbecher) sind vollständig kompostierbar.

Ich hatte einen Chiliburger mit Swing Cola (Spezialcola der Firma) und Pommes für 8,60€ - und ich muss ehrlich sagen, ich bin immer wieder überrascht, wie nahe man an ein Fleischburger herankommen kann, wenn man einen Veganen Soja Patty benutzt. Ich muss sagen, der Burger ist wirklich lecker, frisch zubereitet.

Auch die Pommes sind wirklich lecker, schön breit und knusprig, so ganz anders als bei McDs, wo sie mir meist völlig versalzen vorkam.

Neben den 4 Burger Varianten gibt es auch Vegane Wraps und Vegane Süßspeisen - das Tiramisu soll der absolute Hammer sein, das habe ich mir allerdings für das nächste mal aufgehoben, denn nach dem Burger war ich gut gesättigt.



Fazit
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Nein, ich bin keine Veganerin - und trotzdem fand ich den Burger bei Schillinger's absolut lecker - erstaunlich wie nahe man mit einem Soja-Burger an einen richtigen Burger herankommt - und einen besonderen Vorteil hat es, denn der Burger liegt weit weniger schwer im Magen.

Mir gefällt das Konzept - alles ökologisch, alles fair trade - und trotzdem nicht viel teurer als bei McDonalds.

Vom Ambiente war ich jetzt nicht so begeistert, weil wir beim vollen Laden (Samstags mittags) am Gemeinschaftstisch landeten. Der eine mag sagen, dass man neue Leute kennenlernt, ich mag sowas ja nicht so. Für den Andrang ist der Laden vielleicht einfach ein bisschen zu klein.

Von mir gibt es insgesamt für dieses tolle Konzept sehr gute 4 Sterne und ich komme sicher gerne wieder, denn man bekommt einen guten, günstigen und vor allem gesunden Burger. Ich werde sicher wiederkommen!

In diesem Sinne

Eure Anke

{Österreich - Wien - Museum} Da haben die Narren getanzt

Hallo Leute!

Wien ist seit jeher eine Medizinstadt - nicht erst, seit die riesigen Bauten des neuen AKH die Stadt dominieren. Besonders Kaiser Joseph II. tat sich hier hervor - unter anderem ließ er die erste Psychatrie Europas bauen. Die war im sogenannten Narrenturm untergebracht...

Pathologisch-anatomische Sammlung im Narrenturm
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Lage
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Der Narrenturm ist in der Spitalgasse im 9. Gemeindebezirk Alsergrund. Wohl am einfachsten gelangt man mit der Tram 5 oder 33 (Station Sensengasse) dorthin - von dort sind es noch etwa 300 m zu Fuß. Aber Achtung, der Turm liegt etwas versteckt in einem Hof - von der Spitalgasse geht man einen kleinen Pfad hinauf und sieht den Turm erst oben.


Öffnungszeiten, Eintrittspreise
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Mo.     Geschlossen    
Di.     Geschlossen    
Mi.     10:00 - 18:00    
Do.     10:00 - 13:00    
Fr.     Geschlossen    
Sa.     10:00 - 13:00    
So.     Geschlossen    

Der Eintritt in die Sammlung im Erdgeschoss beträgt 2€, die wesentlich spannendere Schausammlung kann man ausschließlich mit Führung besichtigen. Die Führungen beginnen zu jeder vollen Stunde und kosten 6€. Durchgeführt werden sie von jungen, durchaus motiviert wirkenden Medizinstudenten. Der junge Mann, der uns führte, tat das mit einer wirklich ehrlich wirkenden Begeisterung.


Geschichte
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Das Gebäude wurde 1784 unter Kaiser Joseph II. als erstes Krankenhaus für psychische Erkrankungen der Welt errichtet. Zu damaligen Zeiten wurden psychische Erkrankungen nicht als Erkrankungen anerkannt, die Erkrankten zum Teil sogar auf Jahrmärkten ausgestellt.

Der Narrenturm wurde als Rundbau von Josef Gerl errichtet und auf dem Dach war das sogenannte Oktogon als Wohnung für Joseph II. errichtet worden (was allerdings später aufgrund des maroden Unterbaus abgerissen werden musste).

Schon 10 Jahre nach Fertigstellung galt der Bau allerdings schon als überholt und wurde nur bis 1866 mit Patienten belegt - bis zu 280 Patienten hatten hier Platz, wobei im Obergeschoss die schweren Fälle, im Erdgeschoss die eher leichten Fälle behandelt wurden. Witzigerweise versuchten die Bürger damals, an der Fassade hinaufzuklettern, um aus Schaulust die schweren Fälle zu sehen, weshalb man irgendwann den unteren Teil der Fassade verputzt. Spuren davon sieht man noch (siehe Foto).


Ausstellung
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Mit 50000 Exponaten beherbergt der Narrenturm die größte pathologisch-anatomische Sammlung der Welt - natürlich kann man sich bei der einstündigen Führung nicht alles anschauen. Die Sammlung befindet sich seit 1971 im Narrenturm, geht aber schon auf das Jahr 1796 zurück und wurde von Kaiser Franz II. (I.) gegründet.

Die eigentlich spannenden Präparate sind nur mit fachkundiger Führung zugänglich, was aufgrund der Fülle der Ausstellung auch meiner Meinung nach wichtig ist, denn nicht jedes Präparat wird ausführlich erläutert.

Die Ausstellung an sich ist nichts für schwache Nerven, man sieht zahlreiche Präparate, die als Wachsabgüsse von echten Erkrankungen erstellt wurden - darunter schwerste Hautkrankheiten, Pestbeulen und ähnliches. Allerdings werden auch echte Schädel etwa von Mord- und Unfallopfern ausgestellt - etwa einem Mann, dessen Kumpel 8x ihm mit dem Eispickel auf den Schädel geschlagen hat oder auch ein Schädel eines Mannes, der einen Huftritt abbekommen hat. Auch werden fehlgebildete Föten gezeigt, darunter Skelette von siamesischen Zwillingen, in Alkohol eingelegte Zyklopen und ähnliche "Schwebewesen".

Sehr spannend fand ich den Schädel eines Patienten mit einer Stoffwechselerkrankung, bei dem zu viel Knochen gebildet wird. Die Schädeldecke war etwa daumendick. Spannend war auch die Lunge eines Tuberkulosepatienten, die Spuren einer Therapieform aufweist, bei der man versuchte, entstehende Löcher mit Wachs auszugießen, was natürlich nicht geklappt hat.

Durch die Ausstellung im Erdgeschoss kann man alleine gehen. Hier sieht man zunächst einiges zum Thema "Ansteckung". Auch hier sieht man wieder einige Modellagen von verschiedenen Hauterkrankungen. In weiteren Zellen sieht man z.B. eine alte Zahnarztpraxis und ein Alchemistenlabor. Unter anderen sieht man hier auch einen echten, doch recht großen Bezoar.


Fazit
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Ich hatte mir einen Gang in den Narrenturm schon sicher seit 2 Jahren vorgenommen - und am Samstag hat es endlich geklappt. Und ich muss sagen, ich bin schwer beeindruckt.

Schon das Gebäude an sich ist ungemein spannend mit den vielen kleinen Zellen und dem engen Rundgang - jede der Krankenzimmer hatte ein Fenster, durch das Tageslicht fiel und durch das man ins Grüne schaun konnte - da ist man ja fast schon pfleglich umgegangen mit den Geisteskranken.

Die Sammlung ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Wer vor allem bei Hauterkrankungen ein bisschen empfindlich ist, sollte sich den Gang wohl eher nicht antun, wer aber medizinisch und medizingeschichtlich interessiert ist, wird sich im Narrenturm wie im Paradies fühlen - ich jedenfalls fand es großartig. Wir haben dort einen sehr lehrreichen Samstag Vormittag verbracht.

In diesem Sinne

Eure Anke

PS: Wer Fotos von innen erwartet, den muss ich leider enttäuschen. Die Präparate gehen ja größtenteils auf schwere Erkrankungen zurück, zum Teil sind echte Leichen und Leichenteile im Spiel - Fotografieren ist dort daher strengstens verboten!

Dienstag, 1. März 2016

{Österreich - Wien - Museum} Feuer und Flamme in Wien

Hallo Leute!

Die Wiener Berufsfeuerwehr ist wohl eine der ältesten in Europa. Bereits nach der Türkenbelagerung 1683 wurde sie gegründet und kann daher auf eine mehr als 300jährige Geschichte zurückblicken. Einen Einblick in die Geschichte bieten sie im Märkleinschen Haus Am Hof Nr. 7


Feuerwehrmuseum
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Lage
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Das Museum liegt direkt neben der ersten Hoffeuerwache Am Hof im Ersten Wiener Gemeindebezirk.


Öffnungszeiten
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Eintrittspreise werden deshalb nicht erwähnt weil - die gute Nachricht - der Eintritt ist frei.

Allerdings kann man sich bei freiem Eintritt natürlich kein Personal leisten. Das Museum wird von Freiwilligen betrieben und ist ausschließlich Sonntags von 9 bis 12 Uhr geöffnet.



Ausstellung
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Die Ausstellung verteilt sich über 8 Räume im ersten Stock des Märkleinschen Palais. Sie wurde 2010 völlig rekonstruiert und neu gestaltet.

Ein wichtiger Tip: Smartphone und Kopfhörer nicht vergessen. Man kann sich nämlich gratis über die hearonymus App den Audioguide herunterladen. Das ist wichtig, da man mit ausführlichen Beschreibungen etwas geizig ist.

Schon der Eingang ist beeindruckend. An der Stiege sieht man eine große Wand, die die unterschiedlichsten Feuerwehreinsätze seit dem Zusammenbruch der Reichsbrücke in den 70ern zeigt. Dazu gehört ein Vorfall mit einem Amokpanzer oder auch ein Pferd im Pool - alles Momente, in denen die Feuerwehr hilft.

Die Ausstellung an sich zeigt die Geschichte der Wiener Berufsfeuerwehr. Unter anderem hat man die berühmte Türmerstube auf dem Stephansdom, von der aus die Feuerwehr noch nach dem Krieg Wien auf Feuer überwachte.

Außerdem werden Entwicklungen anhand von kleinen Fahrzeugmodellen, Helmen und Uniformen gezeigt. Ausrüstungsteile zeigen zum Beispiel, was genau der Notnagel ist.

Eindrucksvolles Zentrum der Ausstellung bieten zwei Gemälde der wohl größten und opferreichsten Brände in Wien - zum einem dem Brand der Rotunde und dem Brand des Ringtheaters.

Das Gebäude an sich mit seinen eindrucksvollen Stuckdecken und Kronleuchtern stammt aus dem 17. Jahrhundert und bietet der Ausstellung einen sehr eindrucksvollen Rahmen. Es wirkt dank des Lichthofes sehr angenehm hell.


Fazit
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Wie so oft, ist das Museum nur was für echte Fans - also Leute, die sich sehr für Geschichte interessieren oder eben für die Feuerwehr. Im Vergleich zum Deutschen Feuerwehrmuseum in Fulda werden zum Beispiel leider keine Originalfahrzeuge gezeigt (die stehen in Floridsdorf, also etwas weiter weg).

Die Ausstellung erschließt sich auch nur mit Audioguide so wirklich, was ich schade finde, denn ein paar Erklärungstafeln wären schon nett, zumal viele dann mit dem Smartphone (ohne Kopfhörer) rumlaufen, weshalb das ganze etwas chaotisch ist.

An sich ist es sehr schön gestaltet und baut logisch aufeinander auf. Es zeigt die alten Brandmeldeanlagen der Stadt und wunderschöne Miniaturen von den Fahrzeugen - übrigens ist die Wiener Feuerwehr bis zum Zweiten Weltkrieg ganz ökologisch auf Elektrofahrzeugen unterwegs.

Das Museum ist wirklich schön.

Von mir gibt es 4 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke