Donnerstag, 3. April 2014

Meine Griechenland-Rettungsaktion (28)

Hallo Leute!

Macht euch keine Sorgen, bald bin ich durch mit den Griechenlandberichten. Ein Absolutes Muss ist aber auf alle Fälle ein Besuch der Ausgrabungsstätte von Delphi.

Delphi
^^^^^^^^^^^^^^

Lage
^^^^^^^^
Delphi liegt etwa 200 km Nord-Westlich von Athen am Hang des Parnassos-Gebirges. Dort befindet sich eines der wichtigsten Heiligtümer der antiken Griechen. Das Orakel von Delphi. Die Ausgrabungsstätte ist fast größer als der Ort selbst und liegt am Ortsausgang in Richtung Athen.


Geschichte
^^^^^^^^
Das Orakel von Delphi wurde von französischen Archäologen freigelegt, nachdem der ganze Ort, der inzwischen darauf gebaut wurde, um 200 Meter verlegt wurde.

In Delphi stand zum einen das große Apollon-Heiligtum, zum anderen war hier das Pythia Orakel, das immer angerufen wurde, wenn eine große Entscheidung zu fällen war, eben das berühmte Orakel von Delphi, in dem eine Priesterin auf einer Felsspalte hockte und wirres Zeug von sich gab, was zu Kriegen geführt hat.

Dem Mythos zu Folge war Delphi der Nabel der Antiken Welt, nachdem Zeus auf beiden Seiten der Welt Adler losgeschickt hatte und die sich in Delphi trafen. Dort lies Zeus einen Stein, den sogenannten Omphalos, fallen. Omphalos bedeutet im übrigen so viel wie Nabel - daher also das Sprichwort "Der Nabel der Welt".


Besichtigung
^^^^^^^
Man kommt durch ein Tor unten an der Straße und schaut erstmal den Berg hinauf. Die Ausgrabungen erstrecken sich immerhin über 300 Höhenmeter, was einen Besuch im Sommer vermutlich sehr mühsam macht. Entlang der Heiligen Straße, die gesäumt war von Schatzhäusern, steigt man den Berg hinauf. Eines der Schatzhäuser, das der Athener, wurde wieder errichtet. Es hat die Form eines kleinen, dorischen Tempels.

Dann geht es weiter, stetig bergauf bis zum beeindruckenden Apollon-Tempel. Dort sieht man noch deutlich den außerhalb des Gebäudes liegenden Altar. Von den ursprünglich 38 Säulen wurden 6 Stück zum Teil wieder aufgerichtet. Von hier aus erstreckt sich dann auch das erste mal der beeindruckende Talblick. Im Tempel saß die Pythia über einer Erdspalte, atmete wohl Gase ein (gerochen haben wir das Gas nicht) und verkündete die Orakelsprüche des Apollon, die dann von Priestern übersetzt wurden.

Oberhalb des Tempels liegt das gut erhaltene, 5000 Zuschauer fassende, Theater, in dem Teile der Pythischen Spiele stattfanden. Hat man dann noch Muse, kann man sich noch an den Aufstieg zum Stadion wagen. Dort oben fanden nach den Olympischen Spielen die zweitwichtigsten Wettkämpfe der Antike statt.










Fazit
^^^^^^^^^^
Wenn man in Athen landet und mit dem Auto unterwegs ist oder wenn man die Gelegenheit hat, eine Tagestour mit einem Bus (die gehen von verschiedenen Großstädten aus regelmäßig), sollte man Delphi auf keinen Fall verpassen. Wir haben dort sogar übernachtet, da wir insgesamt etwa 6 Stunden (incl. Museum) im antiken Delphi verbracht haben. Das neue Delphi ist auch komplett auf Touristen ausgelegt, da Reihen sich Hotels und Tavernen an der Perlenschnur auf.

Die Ausgrabungsstätte ist - und ich glaub davon habe ich schon geschwärmt - alleine schon aufgrund der atemberaubenden Lage einfach großartig. Und wenn man bedenkt, dass die Leute in der Antike hierher mit dem Wagen oder zu Fuß angereist sind und dann auf dieses gigantische Heiligtum getroffen sind, kann man sich vorstellen, dass hier einiges an Verehrung geherrscht hat. Wenn man unten am Parkplatz steht und weit oben den Tempel sieht und sich vorstellt, dass der etwa in der Mitte des Komplexes lag, sperrte sich einem schon der Mund auf. Und dann dieses gigantische Bergmassiv des Parnassos dahinter - einfach nur genial.

Mit Schatzhäusern waren hier wirklich alle Völker vertreten, jeder wollte Pythia hören vor einem Orakelspruch. Und diese Atmosphäre ist noch heute, mehr als 2000 Jahre später zu spüren. Die Atmosphäre von Geschäftigkeit. Irgendwie sieht man zum Teil vor seinem Geistigen Auge noch den König zur Pythia eilen oder die Schauspieler im Theater stehen. Einfach nur großartig. Eine Atmosphäre, die sich einige Ausgrabungsstätten, wie etwa Epidaurus leider nicht bewahren konnten.

Diese Ausgrabungsstätte war auch nicht allzu überlaufen. Wir haben vielleicht 10 größere Gruppen gesehen, nicht so schlimm wie in Olympia.

In diesem Sinne

Eure Anke

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen